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Dutzende Reiche zogen weg

Ende Jahr verlieren reiche Ausländer im Kanton Zürich ihr Steuerprivileg. In den letzten Monaten sind deshalb zahlreiche Pauschal- besteuerte weggezogen.

Von Felix Schindler Zürich – Bis zum 31. Dezember müssen jene reichen Ausländer den Kanton Zürich verlassen haben, die bisher von der Pauschalbesteuerung profitiert hatten und das Privileg jetzt nicht verlieren wollen. Wer bis dann in einen anderen Kanton zieht, ist für das Jahr 2010 am neuen Wohnort steuerpflichtig. 53 Prozent der Zürcher Stimmberechtigten sagten im Februar 2009 Ja zur AL-Initiative. Seither wird befürchtet, dass es zu einem Exodus von vermögenden Steuerzahlern kommen wird. Bereits vor der Abstimmung drohte etwa der Milchbaron Theo Müller damit, den Kanton zu verlassen. Kurz danach packten in Herrliberg 4 von 11 Pauschalbesteuerten ihre Koffer. Bis zum Sommer hatten sich nur rund 30 der 208 Pauschalbesteuerten zum Wegzug aus dem Kanton entschlossen – lediglich 14 Prozent. Adrian Hug, Leiter des Kantonalen Steueramtes, prognostizierte damals, dass bis Ende Jahr 30 bis 40 Prozent der Pauschalbesteuerten den Kanton verlassen haben werden – insgesamt rund 80. Ob und in welchem Ausmass sich der Volksentscheid rächen wird, ist jetzt noch unklar. Der Kanton will vor dem 1. Januar keine neuen Zahlen nennen. Fest steht, dass es seit dem Sommer zu weiteren Abgängen gekommen ist. In einzelnen Goldküstengemeinden ist seit dem Volksentscheid die Hälfte der Pauschalbesteuerten weggezogen, wie eine Umfrage von Tagesanzeiger.ch zeigt. Herrliberg: 6 von 11 Pauschalbesteuerten sind weg. Zollikon: 7 von 13 sind weg. Küsnacht: 4 von 19 Pauschalbesteuerten sind weg. Zürich: rund ein Viertel von 105 Pauschalbesteuerten ist weg. In Stäfa kam es bis Sommer zu einem Wegzug, in Horgen zu einem Todesfall. In Männedorf und Zumikon sind keine Pauschalbesteuerten registriert. Meilen veröffentlicht die Zahl nicht. Der bekannteste Überläufer ist wohl der russische Milliardär Viktor Vekselberg. Er liess sich in Zug eine Wohnung umbauen. Gerüchten zufolge habe er sich allerdings mit der Nachbarschaft überworfen und werde die Wohnung deshalb nicht beziehen, schrieb die «Zentralschweiz am Sonntag» kürzlich. Dass er seine Steuern deswegen in Zürich bezahlen wird, ist trotzdem unwahrscheinlich: Er sei bei der Einwohnerkontrolle Zugs bereits gemeldet. Im Gegensatz zu Vekselberg hielt Milchbaron Theo Müller dem Kanton Zürich die Treue und lebt immer noch in Erlenbach. Allerdings habe er zusammen mit Steuerberatern eine Lösung gefunden, dank der Erlenbach Müllers Steuerparadies bleibt. «Theo Müller zahlt nun sogar noch weniger Steuern als vorher», liess sich ein Vertrauter in der Zeitung «Sonntag» zitieren. «Alles ist ganz legal.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

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