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Ein Russe gegen den Abstieg

Rapperswil-Jona hat Trainer Christian Weber durch Igor Pawlow ersetzt.

Von Philipp Muschg, Rapperswil-Jona Als die Spieler des Tabellenletzten gestern Morgen ins Training kamen, erwartete sie nicht wie sonst Christian Weber, sondern Igor Pawlow. Der 46-jährige Russe hatte sich kaum vorgestellt, da schickte er sein neues Team ins Fitnesscenter: Er wollte sehen, in welchem körperlichen Zustand es ist. Ein paar Stunden später vermeldete Pawlow in Gegenwart des Verwaltungsratsdelegierten Christian Stöckling, das Team sei physisch stark. Das ist schon deshalb gut, weil der Russe auch zahlreiche verbesserungswürdige Bereiche ausgemacht hat. «Wir brauchen den richtigen Fokus», erklärte er, «wir schiessen zu wenig Tore, unser Powerplay funktioniert nicht so richtig.» Und schliesslich: «Vielleicht stimmt die Disziplin nicht.» «Hart, aber fair» Pawlow steht im Ruf, gerade auf diesen letzten Bereich viel Wert zu legen. Genau deshalb haben ihn die Lakers nun geholt, sagt Christian Stöckling. Bevor er die Qualitäten seines neuen Hoffnungsträgers ausführte, bedankte er sich allerdings auch noch ein letztes Mal bei Christian Weber und dessen ebenfalls freigestellten Assistenzcoach Marco Bayer. Die Trennung sei schwergefallen, doch habe der Verwaltungsrat gegenüber dem Klub einfach die Verantwortung, alles dem Ziel Ligaerhalt unterzuordnen. Diese Mission ist auch Pawlow bewusst. Der Russe hat einen Vertrag bis Ende Saison unterschrieben und bezeichnet sich selbst als «hart, aber fair». Während seiner Aktivenkarriere hiess sein erster Trainer bei Dynamo Riga Wladimir Jursinow, mit dem langjährigen Kloten-Trainer hält er noch immer regelmässig Kontakt. Seine Trainerlaufbahn führte ihn über die zweite deutsche Bundesliga in die DEL zu Köln und Krefeld, zuletzt coachte er Spartak Moskau. Der 46-Jährige spricht sehr gut Deutsch. Er tut das mit ruhiger, fast leiser Stimme. Das entspricht nicht dem Klischee des Disziplinfanatikers, das ihn begleitet, was er sagt, jedoch schon eher. «Ich kann, weil ich weiss, was ich muss», begrüsst er die Presse mit einem leicht abgewandelten Zitat des Philosophen Immanuel Kant. «Es erwarten uns schwierige Zeiten, ein Krieg fast», blickt er auf die Wochen des Abstiegskampfs voraus. Mit der Mannschaft, die er dort führen soll, konnte er bereits Bekanntschaft schliessen: Bei den Niederlagen vom vergangenen Wochenende in Freiburg und gegen Zug war er schon als Beobachter vor Ort. Und auch das Team dürfte Pawlow bald ausgiebig kennen lernen: Heute stehen die ersten zwei richtigen Trainings mit dem fordernden Russen auf dem Programm.

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