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Ein «Stürmer» auf dem Zürichsee

Der Seerettungsdienst Meilen-Uetikon hat sein neues Boot bei frühlingshaften Temperaturen getauft.

Von Tim Frei Meilen/Uetikon – Die Fähre bewegt sich für einmal nicht von Horgen nach Meilen, sondern hält 300 Meter vor dem Ufer an, spritzt Wasserfontänen in die Höhe. Genau gleich wie auch die vielen Seerettungsboote, die sich zur Parade aufstellen. Dann prescht das neue Seerettungsboot von Meilen-Uetikon, ein Parker 1000 Baltic rib., dazwischen und wird von Wasserfontänen, Gehupe und Blaulicht willkommen geheissen: Der Seerettungsdienst (SRD) Meilen-Uetikon hat am Wochenende sein neues Seerettungsboot auf den Namen Stürmer getauft. Taufgotte ist Sabrina Knechtli, Vize-Miss-Schweiz 2007/2008. Nach 27 Jahren mit dem alten Seerettungsboot Seebueb, einer Bertram 28, hat der SRD Meilen-Uetikon ein leistungsfähigeres angeschafft. Sechs Jahre hat sich der Seerettungsdienst den Ersatz überlegt. Einerseits war das alte Boot in dieser langen Zeit oft schweren Bedingungen ausgesetzt und deshalb vermehrt für Reparaturen in der Werkstatt. Anderseits war der Benzinverbrauch der zwei 5,7-Liter-V8- Motoren enorm. Der SRD hat deshalb in den letzten Jahren den Markt nach einer besseren Lösung sondiert. Schliesslich war auch die Kostenfrage mitentscheidend. «Wir mussten entscheiden, ob es günstiger ist, weiterhin das alte Boot reparieren zu lassen oder das Geld in ein neues und zuverlässigeres Boot zu stecken», sagt Obmann Eric Müller. Sie haben sich für die Neuanschaffung entschieden und das Boot Parker 1000 Baltic rib. mit 500 PS gekauft, das weltweit in grossen Häfen und auf hoher See eingesetzt wird. Umweltbewusstes Fahren Das neue Boot sollte vor allem weniger Treibstoff verbrauchen. Der Stürmer hat daher eine Energieanzeige mit drei Einteilungen: grün für ökologisches Fahren, gelb für durchschnittlich und rot für nicht ökologisches Fahren. Während eines ernsten Einsatzes ist die Anzeige natürlich eher im roten Bereich. Aber bei Überwachungspatrouillen soll der Bootsführer versuchen, so ökologisch wie möglich zu fahren. Wie das alte besitzt auch das neue Boot zwei Motoren. Aus zwei Gründen: Erstens kann der Führer das Boot mit zwei Motoren viel exakter manövrieren. Zweitens kann er das Boot beim Ausfall eines Motors notfallmässig noch mit dem zweiten Motor fahren. «Es wäre peinlich, wenn wir als Seeretter von einem anderen Boot gerettet werden müssten», sagt Müller. Sicherheit durch Schlauch Der SRD Meilen-Uetikon wollte auch keinen festen Rumpf mehr, um unsanfte An- oder Ablegemanöver zu vermeiden. Der Parker 1000 hat zwar auch einen festen Rumpf, rundherum aber wurde ein mit Luft gefüllter Schlauch angebracht, der zu «weniger Schaden und mehr Sicherheit führen soll». Den Seebueb hat der SRD an eine Meilemer Privatperson verkauft, bei der er in guten Händen ist. Dem SRD war wichtig, dass das alte Boot nicht an die Konkurrenz verkauft wurde. Man wollte vermeiden, dass ein anderer Rettungsdienst mit ihrem Boot, welches den Anforderungen nicht mehr genügte, in den Einsatz gehen würde. «Es war daher ein Glücksfall, dass sich ein Meilemer für den Seebueb interessierte.» Während der Stürmer eine Leistung von 500 PS hat und eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde erreicht, ist der Seebueb mit seinen 520 PS nur 60 Kilometer pro Stunde schnell. Das neue Boot ist schneller, da seine zwei Aussenbordmotoren gegenüber den älteren V8-Motoren mit einer neuen Technik ausgerüstet sind. Der Hubraum ist mit 5,7 Litern beim Seebueb doppelt so gross wie beim Stürmer mit seinen 2,6 Litern. Wegen seiner technischen Vorteile gewinnt der Stürmer auch das Preisrennen: 340 000 gegenüber 230 000 Franken. (tfr) Das neue Rettungsboot Stürmer wird von den anderen Schiffen mit Wasserfontänen begrüsst. Foto: Kurt Heuberger

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