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Er hat ein Augenmass für Winkel

Andreas Ramseyer spielt Minigolf auf einem Tisch. Dies nennt sich Pit-Pat. Für diesen Sport braucht es vor allem eine gute Feinmotorik. Über die verfügt Ramseyer: Für seine Erfolge in Pit-Pat erhält er den Könizer Sportpreis.

Andreas Ramseyer legt den Billardstock auf seine Hand. Er bückt sich und visiert das Loch, in welches der Ball rollen soll. Mit Gespür stösst er den Ball an, dieser prallt an die Bande, rollt dem Ring entlang und dann ins Loch. «Fällt der Ball beim ersten Versuch in das Netz oder ins Loch, so nennt man dies ein Ass», erzählt der 44-jährige Maurer aus Niederscherli. Er spielt Pit-Pat, auch Hindernisbillard genannt. Ramseyer ist ein Meister in seinem Sport. Genau genommen ein Schweizer Meister. Für seine Verdienste als Pit-Pat Spieler wird Ramseyer heute Abend mit dem Sportpreis der Gemeinde Köniz in der Kategorie Einzelsportler geehrt. «Ruhig Blut» Pit-Pat ist eine Mischung aus Minigolf und Billard. Das Ziel ist, mit so wenig Stössen wie möglich, den Ball einzulochen oder ein Hindernis zu überwinden. Gespielt wird auf Parcours mit 18 Tischen, auf denen sich Hindernisse befinden. «Die Parcours sind auf allen Pit-Pat-Anlagen dieselben», erzählt Ramseyer. Die Pit-Pat-Spieler stossen die Bälle wie Billardkugeln mit einem Stock, genannt Queue, in die Löcher. Ramseyer erklärt, wie wichtig die Feinmotorik für das Spiel sei: «Man muss Winkel einschätzen können und beim Turnier eine ruhige Hand und ruhig Blut bewahren können.» Es wird mit vier verschiedenen Bällen gespielt. Diese unterscheiden sich in Farbe, Grösse, Konsistenz und Gewicht. Pit-Pat sieht einfacher aus, als es ist. Regen zum Beispiel beeinflusst die Geschwindigkeit der Bälle, und die Winkel, in denen die Bälle an den Rand gespielt werden, müssen neu eingeschätzt werden. Pit-Pat statt Fussball Pit-Pat ist 1984 in Deutschland entstanden. Ramseyer selber spielt beim Pit-Pat Club Schliern-Köniz. Dieser existiert seit 1997. «Ich habe lange Fussball gespielt. Aber den ganzen Tag als Maurer zu arbeiten und am Abend noch rumzurennen wurde auf die Dauer zu anstrengend», erzählt Ramseyer. Ein Freund hat ihn 1998 zum ersten Mal zum Pit-Pat-Spielen mitgenommen. Ramseyer mochte den Sport – er nennt Pit-Pat ausdrücklich Sport und nicht Spiel – auf Anhieb. Seither verbringt er zwischen April und Oktober nahezu jedes Wochenende auf einer Pit-Pat-Anlage. Es gibt in der Schweiz insgesamt fünf Pit-Pat Clubs. In Köniz-Schliern spielen zwischen 20 und 25 Mitglieder aktiv Hindernisbillard. Zu Hause gewinnt er nie Im Pit-Pat Swisscup werden fünf Turniere pro Jahr gespielt, und wer im Gesamtklassement Sieger ist, gewinnt den Swisscup. So wie Ramseyer 2008. «Drei Mal im Jahr spielen wir Turniere in Deutschland und Österreich», erzählt Ramseyer. Vor kurzem hat er sogar in Wien ein Turnier gewonnen. Doch auf der heimischen Anlage «Platten» in Schliern hat es bis jetzt noch nie für einen Sieg gereicht: «Irgendwie bin ich zu Hause wohl allzu siegessicher», lacht er. Heute Abend wird Andreas Ramseyer im Schloss Köniz in der Kategorie der Einzelsportler geehrt werden. Auch sein Team erhält einen Preis; Köniz-Schliern gewann die Team-Meisterschaft in der Schweiz. Annina HaslerInformationen zum Pit-Pat Club und zur Anlage in Schliern-Köniz: •www.ppcsk.ch>

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