Zum Hauptinhalt springen

Erfolg als logische Folge der Fortschritte

Der FC Küsnacht steht an der Spitze der 2. Liga interregional. Vater des Erfolgs ist Trainer Andreas Bockaj, der die Talfahrt des Vereins nach dem Abstieg aus der 1. Liga stoppen konnte.

Fussball. - Mitte Oktober des vergangenen Jahres lag der FC Küsnacht am Boden. Der Verein vom rechten Zürichseeufer, der im Sommer nur wegen einer Forfaitniederlage (er hatte einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt) in die 2. Liga interregional abgestiegen war, stand nach neun Runden ohne Sieg am Tabellenende. Trainer Giovanni Gargiulo, heute bei Red Star Zürich tätig, warf entnervt das Handtuch. In der Not besannen sich die Küsnachter Verantwortlichen um Präsident Heinz Gross eines alten Bekannten: Andreas Bockaj, Defensivspieler in der Aufstiegssaison 2006/07, sollte als Spieler-Trainer auf den Heslibach zurückkehren und die Mannschaft vor dem Abstieg bewahren. Gemeinsam mit seinem damaligen Assistenztrainer Ivano Sicuro (seit dieser Spielzeit verantwortlich für die zweite Mannschaft Red Stars) sorgte der 30-Jährige für die Wende. Acht Runden vor Saisonende war der Klassenerhalt gesichert.

In die aktuelle Spielzeit sind die Küsnachter ausgezeichnet gestartet: Mit 13 Punkten aus 6 Partien stehen sie gemeinsam mit dem SC Brühl an der Tabellenspitze. Der Erfolg ist die logische Folge der Fortschritte, welche die Mannschaft unter Bockaj gemacht hat. Das Team scheint gefestigt, von Rückschlägen wie der unerwarteten Niederlage zum Saisonauftakt bei Aufsteiger Amriswil lässt es sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Abgänge von Führungsspielern wie Norbert Lopez oder Marco Bolli - beide wechselten in die 3. Liga zu Fenerbahce Zürich, wo sie mehr verdienen - wurden durch junge Talente kompensiert.

Seit fünf Spielen ungeschlagen

Während sich der FC Küsnacht in der jüngeren Vergangenheit oftmals aufgab, wenn er in Rückstand geraten war, dreht er Spiele nun regelmässig. Am vergangenen Samstag gewann er nach zwischenzeitlichem 1:3-Rückstand noch 5:3 gegen den FC Diepoldsau-Schmitter. Mit der Entwicklung seiner Mannschaft ist Trainer Bockaj zufrieden. «Wir sind nun seit fünf Spielen ungeschlagen, haben sehr gute Leistungen gezeigt», sagt er. «Nur wenige hätten uns einen solch erfolgreichen Saisonstart zugetraut, doch wir haben allen das Gegenteil bewiesen.»

Vom Aufstieg möchte der besonnene Schweizer mit kroatischen Wurzeln dennoch nicht sprechen. «Es wäre fatal, unser Ziel - eine Klassierung unter den ersten drei der Tabelle - bereits nach oben zu korrigieren», sagt er. «Entscheidend wird sein, die momentane Konstanz über lange Zeit aufrechtzuerhalten.» Tatsächlich weist die Tabelle noch keine klaren Konturen auf. Die ersten zehn Vereine liegen nur vier Punkte auseinander.

Der FCK wird momentan durch eine gut funktionierende Achse getragen: Torhüter Bruno Rinaldi ist jener Rückhalt, der Vorgänger Claude Blank nie war. In der Innenverteidigung sorgen Christian Stengele und der spielende Assistenztrainer Roger Fegble für Stabilität. Im zentralen Mittelfeld verfügen die Küsnachter mit Igor Hürlimann, der bei den Grasshoppers und Xamax Neuenburg einst Erfahrungen in der höchsten Liga und im Europacup sammeln konnte, sowie dem Ur-Küsnachter und Captain Andreas Imfeld über grosse Erfahrung.

Der Teamgeist als grosses Plus

Eine der Alternativen im Spielaufbau ist neben Agron Musliji, der schon drei Treffer erzielt hat, Trainer Bockaj selbst. Mit seiner Ruhe und Ballsicherheit ist er nach wie vor eine Verstärkung, sein Knie verkraftet die Einsätze aber nicht mehr so gut - die Arthrose wird stärker. Im Angriff verfügt Küsnacht mit Joël Gasche über einen treffsicheren Stürmer. Der 25-Jährige, der einst beim FC Luzern und YF Juventus zu Einsätzen in der Challenge League kam, ist seit fünf Jahren auf dem Heslibach und hat sich zum Führungsspieler gemausert. Als grosses Plus des FCK bezeichnet Gasche den ausgeprägten Teamgeist. «Momentan läuft es wie geschmiert, alles passt», sagt er.

Auf den Flügeln hat Trainer Bockaj die Qual der Wahl: Mit dem Kameruner Nkomi Evehe Evariste sowie Carlos Peixoto sind schnelle Spieler vorhanden, Dominic Schneider ist eine defensivere Variante. Mit dem kürzlich verpflichteten Mark Akermann weiss Bockaj nun auch die ideale Ergänzung zu Gasche in seinem Kader. Der 22-Jährige, von Russikon gekommen, ist klein, wendig und verfügt über den unbedingten Drang zum gegnerischen Tor. Morgen Samstag in Herisau wird Akermann allerdings noch fehlen, die Spielbewilligung ist noch immer nicht eingetroffen. Die Zuversicht von Bockaj ist dennoch gross. «Wir verfügen über bessere Einzelspieler als die Appenzeller und befinden uns in einem Lauf. Unsere Serie der Ungeschlagenheit wird anhalten.»

Andreas Bockaj (r.) trägt auf und neben dem Platz zu Küsnachts Erfolg bei.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch