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«Es flasht, die eigenen Kleider zu sehen»

Labels kommen und gehen. Die Kleidermarke «Taxi» des Richterswiler Thomas Amstutz gibt es nun seit über zwei Jahren - im ganzen Kanton.

Man hat das Gefühl, neue Kleiderlabel schiessen wie Pilze aus dem Boden. Fast jeden Monat gibt es ein neues . . .

. . . ja, das ist tatsächlich so. Viele beginnen einfach, eigene T-Shirts zu drucken, und finden es dann cool, die eigenen Sachen zu tragen. Ich habe vor Jahren auch so begonnen. Von vielen hört man aber nach einer Weile nichts mehr. «Taxi» gibt es nun schon seit zweieinhalb Jahren. Weshalb gibt es das Label länger als viele andere?

Es braucht halt schon ein bisschen Biss, um dranzubleiben. Bei vielen vergeht dann schnell einmal die Motivation, nebst dem T-Shirt noch weitere Artikel zu produzieren und das Label so am Leben zu erhalten. Mit «Diamond» und «Jewel» haben Sie früher schon zwei andere Labels gegründet, die dann nach einiger Zeit im Sand verliefen. Weshalb haben Sie dann mit «Taxi» nochmals ein Label auf die Beine gestellt?

Ich merkte, dass mir etwas fehlte. Es machte mir halt immer viel Spass. Das unternehmerische daran fasziniert mich - etwas eigenes auf die Beine stellen, kaufen, verkaufen, investieren. Die eigenen Kleider anziehen oder zu sehen, wenn sie andere anhaben: Das flasht schon. Besonders wenn es Leute sind, die ich gar nicht kenne. Das ist der Lohn bei der ganzen Sache. Wie viel Zeit wenden Sie für «Taxi» auf?

Eigentlich beschäftige ich mich vierundzwanzig Stunden am Tag damit, ich hatte auch schon Ideen im Traum und setzte diese dann um. Oder ich lasse mich auch gerne von Werbung inspirieren, der ich per Zufall im Alltag begegne. Konnten Sie von den Erfahrungen aus den ersten Labels profitieren?

Die Erfahrungen aus den ersten beiden Projekten haben mir sicher geholfen. Es war wie eine Lehre. Man lernt, Risiken in Kauf zu nehmen und richtig zu kommunizieren. Wichtig sind natürlich auch die Beziehungen, die ich in dieser Zeit geknüpft habe - sei es zu Betreibern von Internetplattformen, Communities oder Shop-Besitzern. Unzählige Kunden aus dem ganzen Kanton bestellen «Taxi» online. Mittlerweile kann man Ihre Kleider aber auch in sieben Shops kaufen. Wie gehen Sie vor, um die Kleider in die Läden zu bringen?

Es gibt zwei Arten: Entweder gebe ich sie auf Kommission - das heisst, der Laden bekommt einen bestimmten Anteil am Verkaufserlös. Oder die Besitzer kaufen mir die Sachen direkt ab. Momentan ist es schwierig, es geht nur über Beziehungen. Den Shops geht es gerade nicht so gut, und da sind sie nicht so offen für neue, kleine Brands. Wie sind Sie auf den Namen «Taxi» gekommen?

«Taxi» ist universal verständlich, kurz und prägnant. Das «Taxi» repräsentiert sinnbildlich die Mobilität der Schweizer Freestyle-Jugend, die besonders in der Schweiz Stadt, Gewässer und Berge in unmittelbarer Nähe haben. Auf was achten Sie beim Design der Kleider?

Am meisten achte ich schon darauf, dass es mir gefällt. Man muss aber immer auch an die verschiedenen Kunden denken. Das ist dann immer so eine Gratwanderung. Die einen mögen es eher poppig, die anderen schlicht. Welche Pläne haben Sie noch mit dem Label?

Ich sah es eigentlich immer hauptsächlich als Hobby. Aber nach zweieinhalb Jahren hat das Ganze schon ziemlich grosse Dimensionen angenommen. Ich glaube, es hätte unter Umständen sogar das Potenzial, dass ich einmal davon leben könnte. Bei diesem Versuch steckt aber natürlich ein gewisses Risiko dahinter. Wir werden sehen, wie weit mich «Taxi» noch bringt.

Thomas Amstutz in seiner Wohnung, welche er auch als Showroom für die neuen Kollektionen braucht.

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