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Fasnächtler dürfen bis vier Uhr festen

Der Wetziker Gemeinderat erlaubt den Fasnächtlern auch dieses Jahr, bis spät in die Nacht zu feiern. Das, obwohl er Anlässe grundsätzlich nur noch bis zwei Uhr nachts bewilligen wollte.

Von Susanne Bucher Wetzikon – Eine Fasnacht, die bereits um zwei Uhr nachts vorbei ist? Für die Fasnachtsgesellschaft Robenhausen ein unvorstellbares Szenario. Sie ersuchten den Wetziker Gemeinderat deshalb darum, den Maskenball am Fasnachtsfreitag und -samstag Mitte März bis vier Uhr zu bewilligen. Das Gesuch wurde nun gutgeheissen – was alles andere als selbstverständlich ist. Während die Bewilligung in letzten Jahren Formsache war, musste die Fasnachtsgesellschaft dieses Jahr darum bangen. Kurz vor Weihnachten hat der Gemeinderat seine Entscheidung bekannt gegeben, Anlässe in Wetzikon nur noch bis zwei Uhr morgens zu bewilligen (der TA berichtete). Warum erhielt die Fasnacht nun eine Ausnahmebewilligung? «In der Polizeiverordnung ist festgehalten, dass Wetziker Restaurants an der Fasnacht Freinacht machen dürfen», sagt Marcel Peter, Gemeindeschreiber von Wetzikon. «Da macht es keinen Sinn, die Turnhalle bereits um zwei Uhr zu schliessen.» Auch der Veranstalter des Traditionsanlasses Winterzauber, der am vergangenen Wochenende stattfand, erhielt auf Gesuch hin die Bewilligung für einen Festbetrieb bis drei Uhr. «Der Winterzauber im Kemptner Tobel tangiert das Wohngebiet nur am Rande», sagt Peter. «Zudem hatten wir in all den Jahren nie Reklamationen wegen des Anlasses.» Unmut in der Bevölkerung Jörg Muggler, Veranstalter des Winterzaubers und gleichzeitig OK-Mitglied der Fasnacht Robenhausen, könnte zufrieden sein – ist es aber nicht. «Ich verstehe nicht, wieso der Gemeinderat so eigenmächtig entschieden hat, Anlässe nur noch bis zwei Uhr morgens zu bewilligen.» Dieser Entscheid mache die Wetziker Exekutive unglaubwürdig. «Da redet der Gemeinderat die ganze Zeit von Standort- und Kulturförderung und legt gleichzeitig engagierten Vereinen Steine in den Weg. So wird Wetzikon definitiv zur Schlafstadt.» Mit dieser Meinung ist Muggler nicht allein. In Leserbriefen des «Zürcher Oberländers» drückten zahlreiche Wetziker ihren Unmut über den Entscheid des Gemeinderats aus. Und auf der Internetplattform Facebook bildeten sich Gruppen mit über 1000 Mitgliedern, die sich über das frühere Party-Aus ärgerten. «Der Gemeinderat wird an seiner nächsten Sitzung im Rahmen von weiteren Ausnahmegesuchen seinen Entscheid nochmals diskutieren», sagt Marcel Peter. Man habe zwar mit negativen Reaktionen gerechnet, aber nicht in dieser Deutlichkeit. «Die positiven Reaktionen sind hingegen fast ausgeblieben. Offenbar sind die Lärmbelästigungen für die breite Öffentlichkeit doch nicht so ein grosses Problem, wie sich das jeweils an den Gemeindeversammlungen dargestellt hat.» Weitere Gesuche sind hängig Gesuche für einen verlängerten Festbetrieb haben auch die Veranstalter des Pubfestivals, des Stadtfests sowie des Turnfests eingereicht. Darüber wird der Gemeinderat in einer Woche befinden. Wetzikons Fasnächtler dürfen sich freuen: Der Gemeinderat erteilt ihnen eine Ausnahmebewilligung.Foto: Archiv ImreMesterhazy

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