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Ferrari-Unfall: Lenker gründete Fahrservice für Angetrunkene

Der Unfallfahrer von Kilchberg liegt schwer verletzt im Spital und ist nicht ansprechbar.

Von Benno Gasser Ferrari-Fahrer O. M., der am Samstag einen tödlichen Unfall verursachte (TA von gestern), ist Gründer eines Heimfahrservices: Autofahrer, die nach einem Restaurantbesuch nicht mehr selber lenken können, lassen sich von einem Fahrer im eigenen Auto nach Hause chauffieren. Die ausgebildeten Fahrer steuern dabei alles: von der Luxuslimousine bis zum Super-Sportwagen, wie auf der Referenzliste der Firma zu sehen ist. O. M. ist nicht mehr operativ für die Firma tätig, sondern hält nur noch 17 Prozent der Aktien. Die Idee, einen Fahrservice zu gründen, sei ihm gekommen, als er selber einmal einen solchen Dienst benötigt habe, sagt O. M. kurz nach der Gründung im Jahr 2005 gegenüber TeleZüri. Wie stark alkoholisiert der Unfallfahrer war, ist noch nicht bekannt. Laut Corinne Bouvard, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft, stehen die Alkoholwerte der Blutentnahme noch aus. O. M. roch nach Angaben von Werner Schaub, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, stark nach Alkohol und torkelte. Zudem fand die Polizei im Auto eine geringe Menge weicher Drogen. Der Unfallfahrer liegt wie die 21-jährige Beifahrerin im Spital und konnte von der Polizei noch nicht vernommen werden. Über den Zustand der beiden Verletzten äusserte sich Bouvard gestern nicht. Die zweite Beifahrerin (23), die ebenfalls im zweiplätzigen Sportwagen mitfuhr, starb noch am Unfallort. Unklar ist, in welcher Beziehung die jungen Frauen zum Mann standen. Möglicherweise lernten sie sich erst kurz vor dem Unfall kennen. Laut «Blick» sassen die beiden Frauen an einer Bushaltestelle in Kilchberg. O. M. soll mehrfach an ihnen vorbeigefahren sei und sie dann mitgenommen haben. Die Zeitung beruft sich auf einen Augenzeugen. Prominenter Unfallort Der Unfallort an der Alten Landstrasse in Kilchberg liegt an einer prominenten Stelle: direkt gegenüber dem ehemaligen Haus von Thomas Mann. Bis 1955 lebte der Schriftsteller darin und nach seinem Tod bis 1994 seine Familie. Die Alte Landstrasse ist aber nicht nur bei Mann-Fans, sondern auch bei Rasern bekannt, wie mehrere Anwohner bestätigen. 2004 ereignete sich 30 Hausnummern vom jetzigen Unfallort entfernt ein tödlicher Crash: Ein 31-jähriger Schweizer bolzte damals mit seinem Jeep Cherokee über die Strasse. Dabei geriet das Fahrzeug ausser Kontrolle und prallte in die Ecke eines Einfamilienhauses. Der Lenker und sein 31-jähriger Mitfahrer starben auf der Stelle. Der Aufprall war so heftig, dass sich Risse im Mauerwerk bildeten. Der havarierte Ferrari stammt aus einem Garagenbetrieb, der der Familie von O. M. gehört. Der Vater des Unfallfahrers wohnt in der Region Basel und besitzt mehrere Sportwagen. Von der Familie von O. M. wollte sich gegenüber dem TA niemand äussern. Das Unfallwrack ist unter Verschluss. Ob der demolierte Ferrari 458 Italia unfalltechnisch analysiert wird, hängt vom Entscheid des zuständigen Staatsanwalts ab. Das 570 PS starke Modell geriet im September 2010 in die Schlagzeilen, als Ferrari 1248 Sportwagen dieses Typs in die Werkstatt zurückrief. Im Wageninneren entzündete sich plötzlich ein Feuer. Schuld daran war offenbar ein Klebstoff.

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