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Flutwelle schwemmte Holz in See

Gestern Mittwoch um 16.45 Uhr ereignete sich am Oberen Grindelwaldgletscher ein Wasserausbruch. Grössere Mengen

«Entweder war es eine mit Wasser gefüllte Gletschertasche, die ausbrach, oder aber vor dem Gletschertor gestautes Schmelzwasser, das zuvor von Steinen und Eisblöcken aufgestaut worden ist», sagte Emanuel Schläppi gestern Abend. Der Gemeindepräsident von Grindelwald und Mitglied des Ausschusses für Alpine Gefahren des Gemeinde-Führungsorganes (GFO) erklärte auf Anfrage, dass vor allem das vom westlich gelegenen Mättenberg zum Oberen Gletscher fliessende Schmelzwasser in jüngster Zeit viel Eis mitgeführt hat. «Dies könnte zu einer Verstopfung geführt haben, die sich dann plötzlich gelöst hat», mutmasst Schläppi. Aber: «Solche Ereignisse hat es schon immer gegeben – hingegen reagiert die Öffentlichkeit heute einfach wesentlich sensibler darauf.» Der Wasserausbruch hatte im Gletschersand lokale Überflutungen zur Folge. «Im Bereich der Mättenbergbrücke kam die Lütschine gestrichen voll daher», wie Emanuel Schläppi sagt. Doch bereits im Aspi und im Schwendi hätten sich die Wassermassen verteilt. Das Kraftwerk Lütschental der Jungfraubahnen öffnete um 17 Uhr seine Wehren, um den Abfluss des Schwemmholzes nicht zu behindern. Das Alarmdispositiv der GFO Grindelwald wurde nicht ausgelöst. Hingegen rückte die örtliche Feuerwehr mit zwei Mann aus. Einer davon war Kommandant Thomas Wolf selber: «Wir hielten lediglich ein Auge darauf, dass das viele Schwemmholz nicht etwa irgendwo anstellt und zu Rückstaus führt.» Kein Eingreifen nötig In Wilderswil waren sechs Feuerwehrmänner bereit, im Bedarfsfall die neu sanierte Gsteigbrücke hydraulisch anzuheben. Als die Holz- und Wassermassen um 18.10 Uhr in Wilderswil eintrafen, erhöhte sich der Wasserstand der Lütschine zwar vorübergehend um 35 Zentimeter, was aber weder die Anhebung noch die Sperrung der Brücke erforderte. Bereits um 19 Uhr pegelte sich der Wasserstand des Flusses wieder im Bereich des vorherigen Wertes ein. Die Messanlage des Kantons Bern in Wilderswil zeigte vor Eintreffen der erhöhten Wassermassen ein Volumen von 40 Kubikmeter pro Sekunde auf, während bei Eintreffen des «Hochwassers» 60 Kubikmeter registriert wurden. In dieser Zeit sank die Wassertemperatur an derselben Stelle von 9 auf 5,5 Grad. Niemand erlitt Schaden Laut Gemeindepräsident Schläppi wurden im Bereich des Gletscherrandes mehrere Passanten angetroffen: «Diese bestätigten uns aber, dass niemand zu Schaden gekommen sei.» Präventiv seien von den Verantwortlichen aber Warntafeln aufgestellt worden. Emanuel Schläppi macht noch einen Hinweis: «Wenn die Leute bei einem fliessenden Gewässer nur wenig Wasser fliessen sehen, kann das auf ein baldiges Anschwellen hinweisen – und es kann gefährlich sein, sich dort aufzuhalten.» Bruno Petroni>

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