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Forciert Stäfa Parkbussen?

Am Apéro der Stäfner Gewerbler musste Polizeichef Harry Kühn kritische Fragen beantworten, bekam aber auch viel Lob.

Stäfa. - Die Frage löste in der geselligen Runde im Saal des Restaurants Aberen Gelächter aus. Ursula Rieder, Spezialistin in Unternehmensführung, wollte von Harry Kühn wissen, mit wie hohen Parkbusse-Einnahmen die Gemeinde Stäfa plane. Der Chef der Kommunalpolizei (Kompol), der auf Einladung des Stäfner Gewerbeverbandes einen Vortrag gehalten hatte, gab zur Antwort, Stäfas Polizisten hätten mit der Sicherheit im ruhenden Verkehr nichts zu tun. «Das ist Aufgabe von Kontrolleuren im Nebenamt. Einer arbeitet halbtags, einer wurde kürzlich pensioniert. Wir werden ihn ersetzen.» Insgesamt seien die Einnahmen aus Parkbussen mangels Personal eher rückläufig.

Die Frage von Ursula Rieder enthielt allerdings einige Brisanz. Peter Frey, Unternehmer und Vizepräsident der SVP-Ortspartei, hatte kürzlich öffentlich moniert, die Stäfner Polizei schikaniere lokale Gewerbler mit Bussen, wenn diese am Steuer telefonieren würden oder einmal eine kurze Strecke nicht angegurtet seien. Frey betonte, es handle sich dabei um seine persönliche Meinung und nicht um diejenige seiner Partei.

Die Polizei kann nicht überall sein

Kühn, in Stäfa Chef von vier Ordnungshütern, war in Kenntnis der Vorwürfe, widersprach aber vehement: «Wir weisen zurzeit mittels einer Kampagne gegen das Handy am Steuer auf die damit verbundenen Gefahren hin und bestrafen jeden, der dagegen verstösst.» Die Gewerbler würden dabei wie alle anderen Bürger behandelt. Im Übrigen habe die Kompol zum Stäfner Gewerbe eine völlig normale Beziehung.

Einige der Zuhörer äusserten ihren Unmut, weil die Polizei nicht immer da sei, wenn man sie brauche. Kühn räumte ein, dass der Personalbestand manchmal zu knapp sei, um zu patrouillieren, versicherte aber, dass die Kompol garantiert eingreifen könne, wenn die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdet sei. «Wir sind auf Abruf bereit.»

«Es gibt keine Probleme»

Für Kühn hatte die Einladung des Gewerbeverbandes keinesfalls etwas damit zu tun, dass Wogen zwischen der Polizei und dem Stäfner Gewerbe hätten geglättet werden müssen. «Es gibt keine Probleme.» Vielmehr nahm der Polizeichef die Gelegenheit wahr, die Kompol vorzustellen, aber auch auf die Probleme seiner Untergebenen hinzuweisen, deren Arbeit nicht immer reines Zuckerschlecken sei.

Unter den anwesenden Gewerblern heimsten die Stäfner Ordnungshüter auch viel Lob ein. «Wir hatten ein paar Mal Sachbeschädigungen an unseren Ausstellungsautos», erklärte Garagist Christian Frieden. «Die Polizisten waren stets schnell da.»

Auch Gastwirt Patrick Beetz (FDP) machte bisher gute Erfahrungen mit der Kompol. Als Mitglied der Schulpflege ist er hie und da auf ihre Dienste angewiesen. «Bei von Randalierern verursachten Sachbeschädigungen in den Schulhäusern rufen wir die Polizei. Sie trifft jeweils prompt ein. In flagranti erwischt sie allerdings selten einen Täter.»

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