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Freilichtspiele aus Frauenhand

Als erste «Nicht-Bernerin» und als erste Frau überhaupt inszeniert Iris Minder die Freilichtspiele in Signau im Emmental.

Seit 1960 wird in Signau alle zehn Jahre das Stück «Bärenwirts Töchterli» von Karl Grunder als Freilichtspiel aufgeführt. Im Jahre 2010 wird es zum ersten Mal von einer Person aus dem Kanton Solothurn inszeniert werden – und zwar von der Grenchner Theaterregisseurin Iris Minder. «Ich war an einem Geburtstagsfest, als Sonja Wüthrich, die Präsidentin der Freilichtspiele Signau, anrief», sagt Minder. Nach einem interessanten Treffen war klar, dass Minder die Freilichtspiele des nächsten Jahres inszenieren werde. Ein Stück über die Liebe Für die Regisseurin ist es eine grosse Freude, an dieser langjährigen Tradition teilhaben zu dürfen. «Ich empfinde es als eine riesige Wertschätzung meiner Arbeit gegenüber, wenn ich helfen darf, diese Tradition zu tragen.» Sie ist ausserdem die erste Frau, welche die Regie übernimmt. «Das Stück Bärenwirts Töchterli wurde von Karl Grunder ge- und im Jahre 1942 umgeschrieben, also mitten im Zweiten Weltkrieg», erklärt Minder. Aus diesem Grund sei auch viel des damaligen Zeitgeistes in das Stück eingeflossen, obwohl es zur Zeit des Franzoseneinfalls von 1798 spiele. Deshalb habe sie einige Änderungen vornehmen müssen, denn: «Das Stück wirkte etwas verstaubt und ich musste es ein wenig entstauben», erklärt sie. Sonja Wüthrich, auch Präsidentin der Theatergruppe Signau, sei über diese Änderungen erfreut gewesen. Wichtig ist Minder aber: «Ich möchte nicht ein komplett neues Stück schreiben, ich habe es auch nicht in die heutige Zeit versetzt, sondern es in der ursprünglichen Zeit rund um die Schlacht beim Grauholz belassen.» Nicht nur nette Dekoration Das Ensemble, bestehend aus 21 erwachsenen Schauspielern, acht Kindern und 15 Statisten habe sie bereits getroffen und die Rollen seien auch schon verteilt. «Ich habe einigen Frauenrollen mehr Text gegeben und andere, neue Rollen hinzugefügt.» Auch die Kinder, welche im Originalstück nur Statisten sind, erhalten Sprechrollen. «Kinder sind für mich gleichwertige Partner wie erwachsene Schauspieler und nicht nur eine nette Dekoration, aus diesem Grund werden auch sie zu Wort kommen», sagt die Regisseurin. «Es darf gelacht werden» Für die Rolle des Ernest, dem Sohn des Landvogtes, hat sie einen befreundeten Theatermann engagiert: Bruno Böhlen aus Thun. «Bruno ist ein hervorragender Laienschauspieler, ausserdem kann er reiten, was für die Rolle des Ernest wichtig ist», so Iris Minder. Des weiteren werden zwei Spielerinnen als Zuschauerinnen von Minder hinzugefügt, diese werden das Spiel kommentieren. «Sie sollen das Gesagte im Stück ein wenig relativieren. Und es darf auch gelacht werden.» Anna Meister Das Stück «Bärenwirts Töchterli» wird vom 7. Juli bis zum 14. August 2010 beim Hämeli, einem alten Bauernhof oberhalb Signau aufgeführt. >

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