Zum Hauptinhalt springen

Frische Spur eines längst verschwundenen Mädchens

Die Gymnasiastin Annika Hutter ist seit 30 Jahren unauffindbar. Dank neuer Hinweise ist der Detektiv Kurt Werner jetzt sicher, ihren Mörder zu kennen.

Von Tina Fassbind Nürensdorf – Der letzte Tag, an dem jemand Annika Hutter gesehen hat, war der 11. Juli 1981. Der Tag, an dem die damals 18-jährige Gymnasiastin von ihrem Wohnort Nürensdorf aufbrach, um Schulkollegen in Winterthur zu treffen. Dort kam sie nie an. Knapp 30 Jahre sind seither vergangen, und noch ist immer ungeklärt, was mit ihr geschah. Der ehemalige Privatdetektiv Kurt Werner ist noch heute auf der Suche nach Spuren. Spuren, die sich irgendwo in einem Waldstück bei Kemptthal verlieren. Dort wurde Annikas Mofa gefunden. Sie hatte es wegen eines technischen Defekts stehen lassen müssen. Auffällige Übereinstimmung Doch was geschah danach? Wurde sie tatsächlich von jemandem in einem Mofa-Anhänger mitgenommen, wie verschiedene Augenzeugen damals sagten? Und wohin ging die Fahrt? Ein Artikel im «Tages-Anzeiger» brachte jetzt wieder Bewegung in Kurt Werners Ermittlungen. 60 Personen hätten sich bei ihm gemeldet, sagt er. «Einer hat ausgesagt, dass er in der fraglichen Zeit eine Frau und einen Mann auf einem Parkplatz bei Kemptthal gesehen habe. Daneben ein Anhänger und ein Mofa.» Ein Glücksfall für Werner, denn zum ersten Mal wurde der Anhänger so genau beschrieben, dass damit eine konkrete Spur verfolgt werden konnte. «Die Aussagen stimmen mit der Beschreibung einer anderen Zeugin überein, die vor zwei Tagen mit mir in Kontakt getreten ist», sagt er. «Sie hat den Mofa-Anhänger auf dem Grundstück ihres damaligen Nachbars gesehen.» Werner kennt den Mann. Er habe damals in der Forch oberhalb des Greifensees gewohnt. Heute lebt er im Aargau. Laut Werner wurde er 1988 sogar von seiner eigenen Frau angeklagt, Annika umgebracht zu haben. «Man konnte ihm aber nie etwas nachweisen. Solange man Annikas Leichnam nicht findet, gibt es keinen Beweis für ein Tötungsdelikt.» Der Fall droht zu verjähren Die Hoffnung auf eine Klärung des Falls will Werner trotzdem nicht aufgeben. Schliesslich hat er der mittlerweile verstorbenen Mutter von Annika versprochen, dass er ihre Tochter finden würde. Jetzt will er auf einem neuen Weg nach Spuren von Annika suchen. Der Verdächtige habe in den 80er-Jahren an verschiedenen Orten Scheunen gemietet. «Wenn wir die ausfindig machen könnten, liesse sich vielleicht ein Hinweis finden», sagt Werner, «ein Kleidungsstück oder ein Ohrring.» In der Regel würden die Täter nämlich ein Souvenir von ihren Opfern behalten. Doch die Zeit drängt. Bei Mordfällen beträgt die Verjährungsfrist 30 Jahre. Werner ist darob allerdings nicht beunruhigt. «Falls wir den Täter nach Ende der Verjährungsfrist ausfindig machen, können wir seine Personalien veröffentlichen. Dann werden wir ihn an den Pranger stellen.» (Tagesanzeiger.ch/Newnetz)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch