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FUNDSTÜCK - HEUTE: EIN HINWILER AUFKLEBER AUF DEN LOFOTEN

Nackte, gefesselte Rekruten

Die Norweger sind schon längst aus ihren Wikingerschuhen herausgewachsen - heute sind sie ein ruhiges Völkchen, das keiner Fliege etwas zuleide tun würde. Alles idyllisch und friedlich also? - keineswegs!An der Südspitze der Lofoten spazierte ich ganz entspannt im idyllischen Dörfchen Reine umher, bestaunte den Atlantik und die roten Fischerhäuschen, als mir plötzlich etwas ins Auge stach: Auf einem Verkehrsschild klebte ein gelber Aufkleber mit der Aufschrift AMP Hinwil. Der Armeemotorfahrzeugpark Hinwil. Böse Zungen mögen nun behaupten, dass sich ein Rekrut Ferien gegönnt hat und eines Tages jenen Kleber, der ihm während der ersten Woche zur Rekrutenausbildung in einer dicken Mappe übergeben worden war, gedankenlos irgendwo draufgeklebt hat. Ein fahrlässiger Irrtum, sage ich! Was wäre, wenn der Sticker aus taktischen Gründen angebracht wurde? Reine liegt an einer militärisch bedeutsamen Stelle. Die schmale Brücke ist der einzige Zugang zu der kleinen Hafenstadt. Zudem liegt die Kreuzung mitten auf der E 10, der einzigen widerstandslos befahrbaren Strasse der ganzen Insel.

Sie lachen? Dann passen Sie auf, ich habe recherchiert: Im Daten-dschungel des Internets bin ich auf Bilder gestossen, die einem den Atem stocken lassen. Google führte mich bei der Suchanfrage «AMP Hinwil» unversehens auf www.fwd.ch/dd110 Dort, ganz unauffällig unter «Fotos» und «Diverse» versteckt, fand ich Schreckliches: Da sind Rekruten mit blanken Hinterteilen und solche, die mit Handschellen an Betten gefesselt sind. Andere liegen halbnackt am Boden oder bekommen das Gewehr vor die Nase gehalten. Kurzum: Auf dieser Homepage gibt es Fotos, die ganz sicher die Uno oder zumindest das Burghölzli alarmieren sollten.

Und so entstand die traurige Geschichte, in der ein harmlos wirkender Aufkleber eine junge Frau tief verstört hat.

Stefanie Pfändler

Simpler Aufkleber führt zu einer geschmacklosen Homepage.

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