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GC sucht neue Goalgetter

Die Zürcher verloren nach der letzten Saison mit Zarate, Ben Khalifa und Lulic drei starke Offensivkräfte. Trainer Ciriaco Sforza wird deshalb nicht nervös.

Von Ueli Kägi Die Saison hat noch nicht begonnen, aber GC fehlen schon 25 Treffer. Gonzalo Zarate (14 Treffer) spielt neu in Salzburg. Nassim Ben Khalifa (8) nimmt Anlauf in Wolfsburg. Und Senad Lulic, zuletzt wegen Verletzungen nur mit 15 Einsätzen (3 Tore), stürmt für YB. Das könnte das grosse Problem sein für ein Team, das sich in der vergangenen Saison stetig steigerte und sich mit 65 Treffern auf Platz 3 spielte. Es ist aber nicht die grosse Sorge von Ciriaco Sforza. Der 40-Jährige sagt: «Uns fallen ein paar Tore weg, doch Cabanas traf auch neunmal. Zuber machte eine gute Entwicklung durch. Und Rennella ist wieder gesund. Über seine Qualitäten müssen wir nicht diskutieren.» Sforza begreift die Abgänge der einen als Chance für die anderen. Er denkt nicht nur an Rennella. Er denkt auch an Silas Brindeiro, «ein Streller-Typ», wie Abwehrchef Boris Smiljanic sagt. Aus der zweiten portugiesischen Liga ist dieser 23-jährige Brasilianer gekommen. Sforza sagt: «Wir werden an ihm noch Freude haben.» Sommers Abgang schmerzt Es sind nicht die Verluste der Goalgetter, die den Trainer von den 13 Abgängen am meisten schmerzen. Es ist die Rückkehr von Yann Sommer (21) zum FC Basel, weil der Goalie mit seiner Entwicklung und mit seinem Selbstbewusstsein besonders für das GC der vergangenen Saison gestanden sei. Sforza versteht seine Worte nur als Lob für Sommer und nicht als Misstrauensvotum für die neuen Torhüter. Swen König, Ivan Benito und der ganz junge Raphael Spiegel (17) sind dazugekommen. König wird als Nummer 1 in die Saison starten. Mit neun Zuzügen und vier nachgerückten Nachwuchsspielern hat GC die 13 Abgänge kompensiert. Für Ciriaco Sforza ist wichtig, dass die Achse mit Vallori und Smiljanic im Abwehrzentrum und mit Salatic und Cabanas (der derzeit allerdings wegen Achillessehnen-Problemen ausfällt) im Mittelfeld unverändert geblieben ist. Zuzüge auf den Aussenbahnen seien leichter zu integrieren als auf zentralen Positionen, am 4-1-4-1 hält er fest. Steven Lang als Ersatz für Callà Den bald 23-jährigen Lang vom FC Aarau wollte er «unbedingt» für die rechte Mittelfeldseite, wo Callà noch länger ausfällt. Stürmer Emeghara bringt Tempo mit – was ihm noch fehlt, ist die passende Technik und Taktik. Lenjani ist für Sforza der «interessante Techniker» und Abrashi der «Toko-Typ», ein Spieler wie Toko Bundebele also, ein starker Arbeiter und Läufer – beide Mittelfeldspieler sind wie Emeghara aus Winterthur gekommen. Den athletisch starken Innenverteidiger Cvetinovic (Wohlen) vergleicht der Trainer mit Veskovac in Luzern und sieht in ihm entsprechendes Potenzial. Pavlovic ist als U-21-Nationalspieler gekommen. Mittelfeldspieler Hajrovic hat mit seinem linken Fuss und bei stehenden Bällen Potenzial. Der frühere GC-Junior muss sich athletisch verbessern wie U-17-Weltmeister Chappuis. Stürmer Endogan Adili stellte sich in der vergangenen Saison als jüngster Torschütze der höchsten Schweizer Liga vor. Er ist auch jetzt noch keine 16. Abgesehen von den beiden Goalies König (25) und Benito (34) ist kein Zuzug älter als 23. Im Durchschnitt sind die Neulinge ohne Benito nur knapp 19-jährig. Abgesehen von den Einsätzen von Lang und Rennella sind am Samstag im Heimspiel gegen Xamax und gegenüber der vergangenen Saison keine wesentlichen Veränderungen zu erwarten. Sforza aber kündigt an, dass es kein GC A und B gebe. Er werde die meisten neuen Spieler bald schon eingesetzt haben. Besser starten als letzte Saison In der Vorbereitung sah Sforza eine Mannschaft, «die ähnlich talentiert ist wie im vergangenen Jahr». Er hat eine «Energie gespürt, die Freude macht», und «junge Leute gesehen, die hungrig sind». Er hat aber auch Boris Smiljanic oder Veroljub Salatic beobachtet, die auf hohem Niveau trainiert hätten. In Salatic sieht Sforza die Qualitäten eines Nationalspielers. Und bei Salatic hat GC die Sorge, dass der Vertrag in einem Jahr ausläuft. Das Gleiche gilt für Voser. Sforza geht davon aus, dass das veränderte GC Zeit brauchen wird, um sich zu finden. Er ist trotzdem überzeugt, dass die Grasshoppers besser starten als in der vergangenen Saison, als sie nach 5 Runden mit 3 Punkten auf dem letzten Platz standen. Die personellen Veränderungen mit vielen Zuzügen aus tiefen Ligen mag Sforza nicht mit der Zielsetzung in Verbindung bringen, das hat für ihn nichts miteinander zu tun. Er gibt keinen Rang vor, aber er verlangt von seiner Mannschaft eine Entwicklung, weil er weiss, dass dann auch eine Wiederholung von Platz 3 möglich ist. Sich schinden vor dem Coach: Die neue Nummer 1 im Tor, Swen König, sprintet an den Lichtschranken für die Zeitmessung und an Ciriaco Sforza vorbei. Foto: Reto Oeschger

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