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Gemeinde lagert Verwaltung aus

Die Gemeindeversammlung von Forst-Längenbühl hat überraschend die Auslagerung ihrer Gemeindeverwaltung nach Wattenwil beschlossen. Der Vorschlag des Gemeinderats, nur die Finanzverwaltung abzugeben, unterlag.

Die Gemeinde Forst-Längenbühl verlagert die Personalführung und die Gesamtverantwortung der Verwaltung nach Wattenwil. Das haben 37 von 61 Stimmberechtigten an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom Dienstagabend im Schulhaus von Forst-Längenbühl entschieden. Für die Bevölkerung ändert sich dadurch nichts: Die Gemeindeverwaltung bleibt in Forst-Längenbühl und die bisherigen Öffnungszeiten bleiben bestehen. Für die Ausarbeitung eines Vertrags mit Wattenwil, der die Detailfragen regeln soll, erteilten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dem Gemeinderat einen Auftrag, indem sie einem Reglement zustimmten. «Der Vertrag wird voraussichtlich am 1. Januar 2010 in Kraft treten», sagte Interims-Gemeindeschreiberin Esther Ammann. Die Kosten für die gesamte Gemeindeverwaltung sollen mit 220000 Franken unverändert bleiben. Drei Varianten zur Wahl In knapp einer Stunde diskutierten die Versammelten über drei Varianten, die der Gemeinderat zur Lösung der Verwaltungsprobleme vorgeschlagen hatte (wir berichteten). Die Diskussion verlief sachlich und fair. In der ersten Variante war vorgesehen, den Status Quo zu belassen und eine Person als Gemeindeschreiber und auch als Finanzverwalter anzustellen. Allerdings gingen für diese Aufgabe keine geeigneten Bewerbungen ein. Die Stelle wäre zu belastend gewesen: So hatten seit dem 1. Januar 2007 zwei Gemeindeschreiberinnen wegen Überlastung gekündigt. Der Gemeinderat empfahl deshalb die zweite Variante, die die Auslagerung der Finanzverwaltung nach Wattenwil vorsah. «Die Verantwortung abgeben und den Rest belassen wie er ist, das finde ich eine gute Lösung», plädierte ein Votant für die radikale dritte Variante. Erwartungsgemäss kamen dabei auch Fusionsängste hoch. «Dieser Entscheid hat nichts mit einer Fusion zu tun, es besteht ein klares Auftragsverhältnis», versicherte Gemeinderat und Bildungsvorsteher Daniel Kancz. Der Vertrag sei zudem kündbar. Schliesslich votierten 19 Personen für den Vorschlag des Gemeinderats, während 34 sich für die radikale Variante aussprachen. In einer Schlussabstimmung votierten 37 für die Auslagerung der gesamten Verwaltung, also Variante drei. «Damit hätte ich nicht gerechnet, aber es ist ein demokratischer Entscheid», zeigte sich Gemeindepräsident Hans Burkhalter überrascht. Neue Gemeindeschreiberin Die Stelle als neue Gemeindeschreiberin übernimmt ab 1. November 2010 Brigitte Bähler. Die Burgisteinerin arbeitete zuvor 14 Jahre in der Gemeinde Pohlern. Zudem behält die Verwaltungsangestellte Sibylle Stierli ihre Anstellung auch nach dem Verwaltungswechsel. Eine weitere Stelle wird ausgeschrieben. Die Versammlung stimmte zudem einem Kredit von 100000 Franken zu, der die Verwaltungsleitung bis zum Arbeitsbeginn von Brigitte Bähler sicherstellt. Pascal Kupper >

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