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Glattalbahn testet neuste Etappe

Die Bauarbeiten für das letzte Teilstück der neuen Tramlinie 12 stehen kurz vor der Vollendung. Die gestrige Probefahrt gab einen Einblick über die neue Strecke zwischen Wallisellen und Dübendorf.

Von Alexander Lanner Dübendorf/Wallisellen – Am 12. Dezember ist es so weit: Das erste Tram der neuen Linie 12 wird um 5.03 Uhr den Bahnhof Stettbach verlassen, 24 Minuten später trifft es bei der Station Flughafen Zürich ein. Damit wird nach 14 Jahren Vorbereitung und insgesamt 6 Jahren Bauzeit das Projekt Glattalbahn seinen Abschluss finden und dem fahrplanmässigen Verkehr übergeben. Im durchgehenden 15-Minuten-Takt verkehrt die Linie 12 täglich zwischen 5 und 24 Uhr. «Damit können wir garantieren, dass man den ersten Flug am Morgen erreichen kann», sagte Thomas Kreyenbühl, Leiter Angebot bei den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG). Ebenfalls wird auch eine Anschlussverbindung an die letzte Landung am Flughafen möglich sein. Als Rollmaterial kommen auf der neuen Strecke durchwegs Cobra-Fahrzeuge zum Einsatz. Mit der Vollendung der dritten und letzten Etappe der Glattalbahn vom Bahnhof Stettbach nach Auzelg im Norden der Stadt Zürich rücken Wallisellen und Dübendorf näher zusammen. Das Teilstück misst 5,2 Kilometer, umfasst acht Haltestellen und wurde in etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit erstellt. Zwischen Neugut und Bahnhof Wallisellen verläuft das Trassee auf einem 1200 Meter langen Viadukt, auf dem sich auch die hoch liegende Haltestelle Glatt befindet. Sie bietet einen neuen, direkten Zugang zum Einkaufszentrum Glatt. Noch bietet die Haltestelle Glatt die eine oder andere Stolperfalle. Die Abstände zwischen einzelnen Bodenplatten weisen mehrere Zentimeter auf. «Noch fehlen an dieser Stelle die Geländer, die später auf diesen Rillen aufgestellt werden», erklärte Kreyenbühl. Bis die Linie 12 ihren Betrieb aufnehme, sei dies aber längst geschehen. Zahlreiche Änderungen An der gestrigen Medienfahrt von der Station Ringwiesen in Dübendorf bis Auzelg und wieder zurück zeigte sich Rainer Klostermann, Leiter Stab Gestaltung Glattalbahn, auch besonders begeistert vom Kunstbau: «Dieser Walliseller Spaghetti-Salat war eine Herausforderung während des Baus.» Über und unter den Ein- und Ausfahrten der Autobahn, unter Starkstromleitungen und über die A 1 schlängelt sich der Viadukt. Rund 30 Tonnen Beton und Stahl wurden allein für dieses Teilstück verbaut. Beim Halt bei der Station Glatt sticht sofort die verdoppelte Breite des Perrons auf der Westseite ins Auge. Da zwischen dem im Bau befindlichen Richti-Areal und dem Einkaufszentrum Glatt grosse Fussgängerströme erwartet werden, habe man sich für diese Massnahme entschieden, erklärte Andreas Flury, VBG-Direktor und Gesamtprojektleiter der Glattalbahn. Zudem sorgt ein Wetterschutz dafür, dass die Besucher trocken ins Shoppingcenter gelangen können. Diese Änderungen zum ursprünglich geplanten Projekt sind im Einvernehmen mit der Gemeinde Wallisellen und der Geschäftsleitung des Glattzentrums geschehen. Beide beteiligten sich an den Investitionskosten. «Insgesamt sind über 20 Projektänderungen vor der Realisierung vollzogen worden», sagte Flury. Neun davon mussten dem Bundesamt für Verkehr zur Plangenehmigung eingereicht werden. Bei den Kosten für die 3. Etappe – veranschlagt wurden 266,6 Millionen Franken – liege man innerhalb des Rahmens. Die Hälfte stammt aus dem neu geschaffenen Infrastrukturfonds des Bundes. Endspurt hat begonnen Wie Hannes Schneebeli, Leiter Infrastruktur bei den VBG, sagt, werde bis zum 12. Dezember die 3. Etappe auf Herz und Nieren getestet, damit zum Start sämtliche technischen Anforderungen an einen sicheren und störungsfreien Betrieb erfüllt seien. «Bereits die allererste Testfahrt am Montag verlief reibungslos», sagte Schneebeli. Derzeit machen sich die Wagenführer mit der Strecke vertraut und werden in Geschwindigkeiten und Handhabung der Lichtsignalanlagen instruiert. Für die interessierte Bevölkerung sind entlang der neuen Glattalbahn-Linie Informationstürme aufgestellt. Einen Tag vor dem Fahrplanwechsel wird mit dem Glattfest der Bevölkerung für ihre Geduld gedankt. An neun Festplätzen entlang der Strecke wird mit Musik, Spiel und Spass sowie weiterführenden Ausstellungen der Eröffnung der Glattalbahn entgegengefiebert. Mit dem 12. Dezember wird das Kapitel Glattalbahn geschlossen – vorerst zumindest. Wie VBG-Verwaltungsratspräsident Otto Halter sagte, ist die Ringbahn Hardwald im Richtplan bereits eingetragen. Bis die Trams allerdings auf den geplanten Verlängerungen von der Haltestelle Fracht in Kloten bis nach Bassersdorf oder von der Station Giessen in Dübendorf bis zum Militärflugplatz fahren können, dürfte man sich im Jahr 2025 befinden. Ab dem 12. Dezember können die Besucher des Glattzentrums bequem mit dem Tram der Linie 12 anreisen. Foto: David Baer Ab dem 12. Dezember hält das Tram der Linie 12 beim Glattzentrum. Foto: David Baer

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