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Goldküste ist zu steil für Hybridbus

Das neuste Fahrzeug der VZO hat einen Diesel- und einen Elektromotor. Weil der Diesel zu schwach ist, wird der Bus aber nur im Flachland eingesetzt.

Von Werner Gubser Kein Rütteln ist zu spüren, kein Brummen ist zu hören, wenn der neue Hybridbus der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) anfährt. Nur wer genau hinhört, vernimmt ein leises Surren. Kaum lauter als ein Velo läuft der Elektromotor des Volvo 7700. Seit heute steigen die Passagiere der VZO darin ein und aus. Bei der Wegfahrt von der Haltestelle verbrennt ein konventioneller Bus ein Sirupglas voll Diesel. Das neue Fahrzeug hingegen setzt dann seinen Elektromotor mit 160 PS Leistung in Gang. Vorausgesetzt, die 200 Kilogramm schweren Batterien sind geladen. «Eine Treibstoffersparnis von bis zu 30 Prozent ist dadurch möglich», sagte René Bauert, der stellvertretende Direktor der VZO, gestern vor den Medien in Grüningen.Hat der Bus eine Geschwindigkeit von 17 Kilometern pro Stunde erreicht, wird der Dieselmotor automatisch zugeschaltet. Auch dann fährt der Bus bedeutend leiser als ein herkömmlicher. Tritt der Chauffeur auf die Bremse, wird die Bremsenergie wieder den Batterien des Fahrzeugs zugeführt. Ungeeignet für Bergfahrten An der Goldküste wird der Hybridbus jedoch nicht verkehren. Man habe in den Seegemeinden Testfahrten unternommen, sagt VZO-Betriebsleiter René Bauert. Der Verbrauch sei aber nicht tiefer ausgefallen. «Das Gelände ist zu steil», sagt Bauert. Der 4,7-Liter-Dieselmotor ist nur noch halb so stark wie der herkömmliche Antrieb. Seine Stärken spielt er vor allem im Stop-and-go-Verkehr aus: Je häufiger der Chauffeur halten und wieder anfahren muss, umso grösser ist die Einsparung an Treibstoff und umso kleiner ist der Ausstoss von CO2. Darum werden die VZO den Neuen vor allem auf flachen Strecken mit möglichst vielen Haltestellen einsetzen. Heute Freitag und morgen Samstag bedient der Hybridbus die Haltestellen der Stadt Uster. In der nächsten Woche wird er dann auch zwischen Wetzikon und Hinwil unterwegs sein. Aufgeschreckte Fussgänger Auch die Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) erhielten einen Hybridbus. Er wird ebenfalls ab morgen eingesetzt. Von den Fussgängern verlangt das neue Fahrzeug mehr Vorsicht. Sie müssen sich daran gewöhnen, dass ein riesiges Gefährt auf leisen Sohlen daherkommt. Buschauffeur René Taglang ist sich bewusst, dass er mit seinem neuen Bus ab und zu Leute erschrecken wird, weil diese ihn nicht haben kommen hören. Seine Ausbildung und die von 45 seiner Kollegen am neuen Bus beschränkte sich auf einen einzigen Tag. «Da gab es nicht viel Neues zu lernen», sagte Taglang. «Es funktioniert beinahe alles automatisch.» Die Mehrkosten von 120 000 Franken für den Hybridbus könnten innerhalb von 14 Jahren und gegen eine Million gefahrener Kilometer amortisiert werden, sagte ein Volvo-Sprecher.

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