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Handwerker erpresst Bankerin

Ein junger Handwerker wollte eine ehemalige Bankdirektorin um viel Geld erleichtern. Nun wurde er zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

Von Attila Szenogrady Regensdorf – Vergangenen Dienstag musste sich ein Handwerker aus Regensdorf wegen versuchter Erpressung, eines Tempoexzesses sowie wegen mehrerer Einbrüche vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Am 26. Mai 2009 erschlich sich ein heute 23-jähriger Sanitär-Monteur den Eintritt in die Wohnung einer ehemaligen Bankdirektorin. Der Kosovo-Albaner gab sich als Handwerker aus und erklärte, dass er für 20 Minuten das Wasser abstellen müsse. Die 75-jährige Seniorin liess den Mann herein und erlebte daraufhin eine böse Überraschung. Der unbekannte Mann sprach die Witwe plötzlich auf ihren toten Ehemann an und erklärte, dass dieser ein Doppelleben geführt habe. So sei der Verstorbene heimlich im Waffenhandel tätig gewesen und habe sich mit rund 300 000 Franken verschuldet. Nun sollte die Rentnerin diesen offenen Betrag ihres Mannes begleichen. Als die verängstigte Frau die Polizei verständigen wollte, riet ihr der Besucher energisch davon ab. Zum Schluss liess der Regensdorfer einen Zettel mit einem arabischen Namen zurück, um damit auf einen terroristischen Hintergrund seiner Auftraggeber hinzudeuten. Auch Raser und Einbrecher Für die Seniorin folgten schwere Tage. Sie stand Todesängste aus und schlief in ihren Alltagskleidern, um sogleich vor dem Mann fliehen zu können, falls er wiederkommen sollte. Dieser tauchte tatsächlich wieder auf. Diesmal schaltete die Seniorin aber die Polizei ein. Die Fahnder hatten Glück. Kaum befanden sie sich in der Wohnung der Geschädigten, meldete sich der Regensdorfer am Telefon und verlangte erneut das Geld. Als der Täter bemerkte, dass nicht sein Opfer am Telefon war, brach er das Gespräch ab. Wenige Tage später startete er einen letzten Versuch und gab danach seinen Plan auf. Zudem raste der Regensdorfer einmal mit rund 143 Stundenkilometern über die Europabrücke. Auch hat er mehrere Einbrüche verübt, unter anderem in der Gemeindeverwaltung Regensdorf. Ebenfalls ist er in das Schulhaus Petermoos in Buchs eingedrungen. Zur Erpressung befragt, schob er die Schuld auf einen Kollegen ab. Dieser habe ihn auf die Idee gebracht, die Frau einzuschüchtern. Die letzte Chance Die Staatsanwaltschaft verlangte für den nur teilgeständigen Angeklagten eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Die Hälfte davon sollte er absitzen. Der Verteidiger konterte mit einem Gegenantrag auf eine bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 70 Franken. Er forderte dabei einen Freispruch vom Vorwurf der versuchten Erpressung. So weit sei sein Mandant gar nicht gegangen, plädierte er. Das Gericht sah es anders und sprach den Angeklagten in den meisten Punkten schuldig. So bei der versuchten Erpressung, aber auch bei mehreren Diebstählen sowie wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln. Mit einer gerade noch bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren gaben die Richter dem bisher nicht vorbestraften Ersttäter eine letzte Chance.

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