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Herbst im Blätterwald

Schlagen wir die Augen der Leser nieder und die Seiten der Redaktoren zu. Versenken wir das Faszikel. Das Solothurner Tagblatt wird zum letzten Male ausgetragen und sanft schlummernd in den Briefkasten der Friedhofsverwaltung gelegt. Es ist Herbst im Blätterwald. Eine Zeitung hat das Zeitliche gesegnet. In Ruhe und Frieden gehe sie ein in die ewigen Jagdgründe des Pressedschungels. Nie wieder wird das Solothurner Tagblatt seine Blätter entfalten in einer bunten Landschaft aus Bildern und Worten und sich emporschwingen in die grauen Untiefen des Nebelmeeres über dem schwarzen Fluss vor der Stadt am Jura. Von Bernern zur Welt gebracht, von Aargauern geschlagen und von Zürchern zu Grabe getragen. Einmal quer durchs Mittelland. Viele erfolgreiche Karrieren hast Du begründet: Michael Hug, Dein erster Chefredaktor, ist jetzt Chefredaktor der BZ, Fabian Schäfer, Dein erster Stadtredaktor, wurde Kantonsredaktor der BZ und wird es bald wieder sein, Andreas Thiel, Dein erster Kolumnist, ist jetzt Kolumnist der BZ. Du darfst mit einigem Stolz behaupten, die Kaderschmiede der BZ gewesen zu sein. Deine Vision war es immer, aus der Solothurner Zeitung eine bessere Zeitung zu machen. Und Du hast Deine Arbeit gut gemacht. Die Solothurner Zeitung ist besser geworden. Sie hat ihr Niveau gehoben. Nicht so viel, wie wir es gerne gehabt hätten, aber immerhin. Du warst eine publizistische Discokugel: reflektiert und facettenreich. Schwarz auf weissen Stein gemeisselt sollen auf Deinem Grab die Worte schweigen: «Hier stand schriftlich, was wir mündlich gedacht haben» oder «Hier liegt der rote Faden begraben» oder «Heute hatten wir Erdbeben, dabei hatten wir Erdbeeren bestellt». Andreas ThielEr war die ganze Zeit dabei: Andreas Thiel war schon an der Lancierungsfeier des Tagblatt als Festredner mit von der Partie. Bis 2004 hatte er bei uns eine Kolumne: die «ungehaltenen Reden». Dann konnte er in die Gesamtausgabe der Berner Zeitung wechseln, wo er seither jeden Samstag zu lesen ist (heute auf Seite 38). >

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