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Herrliberg suchte schönste Kuh

Neun Bauern traten an der Herrliberger Viehschau an. Bianca ist die schönste Kuh von rund 250 Tieren.

Von Willy Neubauer Herrliberg – Stoisch stehen die Kühe in langen Reihen und lassen den sintflutartigen Regen über sich ergehen. Nur ab und zu senkt eine von Ihnen den Kopf und begehrt mit lautem Muhen auf. Die Bauern sind solche Wetterlagen gewohnt. Die «städtischen» Besucher aber verziehen sich lieber ins Festzelt. Sie sind am vergangenen Samstag wegen des Wetters weniger zahlreich erschienen als in früheren Jahren. Auch die Kuhreihen haben sich gelichtet. «Dieses Jahr sind nur rund 250 Stück Vieh aus neun Betrieben ausgestellt», stellt OK-Präsident Peter Ledergerber fest. Sieben Betriebe aus Herrliberg und zwei Höfe aus Uetikon seien vertreten. «Da die Arbeitsbelastung der Bauern zunimmt, sind auch einige Betriebe nicht mit ihrem gesamten Viehbestand angetreten», sagt er. Sympathischste Kuh gewinnt Seit knapp 40 Jahren findet die Viehschau in dieser Form in Herrliberg statt. Ledergerber hofft, dass sie weiter bestehen kann. Die Situation sei nicht rosig, meint er. Heutzutage müsse praktisch jeder Bauer noch einem Nebenerwerb nachgehen. Wenn sich die Preissituation nicht verbessere, müssten wohl einige Betriebe aus der Milchwirtschaft aussteigen. Denn Rinder nur noch als Hobby zu halten, sei zu arbeitsintensiv und zu kostspielig. Inzwischen ist der «Schön-Euter-Wettbewerb» über die Bühne gegangen, und die Wahl der Miss Herrliberg steht an. Im Vordergrund steht – wie bei der Miss-Schweiz-Wahl am gleichen Abend – die Attraktivität der Teilnehmerinnen. Die Zuschauer wählen ihre Favoritin. Dabei achten sie weniger auf das breite, gebärfreudige Becken oder die Schönheit des Euters, wie dies die Fachleute tun, sondern urteilen nach Sympathie. Seidene Wimpern überzeugen So wird die siebenjährige Kuh Bianca der Herrlibergerin Connie Bernhard zur Miss gekürt. Dies hauptsächlich deshalb – darin sind sich die Zuschauer einig –, weil sie als einzige Kuh Hörner trägt. Bernhard hat mit ihren Kühen bereits drei Missen-Titel gewonnen. Herrlibergs neuer Gemeindepräsident Walter Wittmer besucht den Anlass zwar schon seit Jahren, hat heuer aber auf die falsche Kuh gesetzt. «Ich habe für die Nummer 1 gestimmt. Diesen Augen unter langen, seidenen Wimpern kann einfach kein Mann widerstehen», kommentiert er seine Wahl. Er ist guten Mutes, dass die Viehschau noch lange bestehen werde. Schliesslich sei sie eine schöne Gelegenheit, städtisch orientierten Menschen die Landwirtschaft näherzubringen – und den Kindern beizubringen, dass die Milch nicht aus dem Tetrapak stamme. Miss Herrliberg, Bianca, mit Besitzerin Connie Bernhard. Foto: Willy Neubauer

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