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Hilflose Reaktion

MICHAEL HUG

Seit gut zwei Jahren setzt sich diese Zeitung im besten journalistischen Sinn mit den Zuständen in der Berner Sozialhilfedirektion auseinander. Niemand ausser ein paar ideologisch verbohrten Parteigängern wird bestreiten, dass diese Veröffentlichungen einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der ganzen Angelegenheit geleistet haben und somit im Interesse der Öffentlichkeit waren. Trotzdem verwandte die Berner Stadtregierung einen wesentlichen Teil ihrer Energie darauf, die unliebsamen Publikationen zu diskreditieren oder gar zu unterbinden. Bemäkelt wurde die Veröffentlichung vertraulicher Protokolle, die Unbotmässigkeit der Unbekannten, welche die brisanten Papiere weitergereicht hatten, und die tendenziösen Journalisten, welche es angeblich auf den Kopf der Sozialdirektorin abgesehen hätten. Dies alles zeigte vor allem eines: die politische Hilflosigkeit einer Regierungsmehrheit, die im Lauf der vielen Jahre selbstgerecht und machtversessen geworden ist. Von nicht geringer Bedeutung ist es darum, dass nun die beiden zentralen Verfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung vom Untersuchungsrichter eingestellt worden sind. Dies stärkt all jenen den Rücken, die Missstände nicht einfach hinnehmen, sondern aufmucken. Es ist ein Entscheid zu Gunsten einer verantwortungsvoll ausgeübten Pressefreiheit und ein Zeichen dafür, dass die Justiz unabhängig ist. michael.hug@bernerzeitung.ch >

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