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Im Notfall allzeit bereit

Alle 80 Sekunden klingelts bei der Alarmzentrale Solothurn. Die Gründe sind oft ernst, manchmal aber auch zum Schmunzeln.

Keine besonderen Vorkommnisse gab es gestern um 11 Uhr in der Solothurner Alarmzentrale in der Schanzmühle zu vermelden. Vier Polizisten und zwei Rettungssanitäter sassen an ihren Arbeitsplätzen. Auf grossen Bildschirmen war zu erkennen, dass auf den Autobahnen der Verkehr flott rollt. Hie und da klingelte das Telefon. Irgendwo gab es einen Brand zu löschen und aus einer anderen Ecke des Kantons wurde ein Verkehrsunfall gemeldet. Ein Anrufer wusste nicht, was er mit einem Fundgegenstand machen sollte und ein Automobilist musste eine Kontrolle über sich ergehen lassen. Die «Strahlenabwehr» Morgen Sonntag, um 14 Uhr, sind es zehn Jahre her, seit die Zentrale aufgeschaltet wurde. Seither sind 3654Tage vergangen, an denen Mitarbeiter von Polizei und Sanität ununterbrochen ihren Dienst versahen. Vier Millionen Mal klingelte in dieser Zeit das Telefon. In der Regel aus guten Gründen. Anrufe geben aber auch zum Schmunzeln Anlass, und andere sind für Dienstchef Thomas Müller schlichtweg ein Ärgernis. 30000 Mal wurde aufgrund der Anrufe eine Aktion ausgelöst. Entweder musste die Feuerwehr ausrücken, die Polizei irgendwo zum Rechten sehen, ein Wildhüter ein überfahrenes Reh entsorgen oder nach einem Autounfall der Abschleppdienst aufgeboten werden. Die Alarmzentrale als einzige rund um die Uhr besetzte Informations- und Kommunikationsdrehscheibe wird laut Urs Schmid, Chef des Technischen Diensts, aber auch aus allerlei anderen Gründen angerufen. Da sind die Einsamen, welche über Nr.117 jemanden zum plaudern suchen. Oder die, welche den Feuerwehrnotruf 118 mit der Auskunftsnummer 1818 verwechseln. Dazu kommen die «besonderen» Zeitgenossen wie die Frau, die in Vollmondnächten immer von Lichtstrahlen angegriffen wird. Eine Situation, die mit der Zusage gelöst wird, unverzüglich die «Strahlenabwehr» zu schicken. Es gibt aber auch die Unverschämten, welche anrufen, wenn zum Beispiel auf dem Natel nur noch der Notruf funktioniert und die Polizei doch bitte ein Taxi bestellen soll. Kein «Heldenfriedhof» mehr 28Polizisten sind der Alarmzentrale zugeteilt. Die Zeiten, in der die se als «Heldenfriedhof» diente, sprich: altgediente Polizisten abseits vom Schuss die Zeit bis zur Pensionierung überbrücken konnten, ist laut Müller vorbei. Die Tätigkeit in der Alarmzentrale verlangt eine rasche Auffassungsgabe und technisches Flair. Innert 60Sekunden nach dem Anruf sind erste Entscheide zu fällen. Weiter müssen die Stelleninhaber 50 verschiedene Informations- und Kommunikationssysteme anwenden können. Als Partner sind auch immer zwei Rettungssanitäter vor Ort, welche die Rettungsdiensteinsätze koordinieren. Hanspeter Flückiger >

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