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Im Zeughaus kehrt Leben ein

Kommerzielle und kulturelle Mieter sind sich aber nicht in allem einig.

Von Andreas Leisi Uster – Die Mieterschaft für die kulturelle Zwischennutzung im Ustermer Zeughaus ist fast komplett. Nur noch ein Raum im Parterre sei noch frei, sagt der städtische Kulturbeauftragte Roland Boss. In den Ateliers im ersten Stock des Gebäudes hat sich eine vielfältige Mieterschar eingerichtet: Ein Bildhauer, ein Jongleur, ein Maler, ein Clown, 3-D-Künstler, ein Tänzer und ein Tanzstudio, Fotografen und zwei Ausländervereine gehören dazu. Der Umbau hat 330 000Franken gekostet. Die Ateliers verfügen gemäss Boss über eine minimale Ausrüstung: Strom und zwei Lavabos mit fliessendem Wasser. Die neuen Mieter komplettieren mit dem Filacro-Zirkuszelt, dem Buchdruckmuseum Graphos, der Zeughausbar und den drei Musikräumen im ehemaligen Öl- und Fettmagazin die Zeughaus-Nutzer, deren Tätigkeiten der postulierten kulturellen Zwischennutzung entsprechen. Martin Henzi vom Filacro-Zelt und Ueli Fritsche mit Partner Patrick Bouquet von der Zeughausbar nutzen und vermieten das Zeughaus-Areal als selbstständige Unternehmer. Sie begrüssen, dass neues Leben ins Areal kommt. Fritsche vermisst jedoch eine erste gemeinsame Sitzung. Schwierige Zusammenarbeit Martin Henzi hält sich bezüglich gemeinsamer Projekte mit Mietern im Gebäude K momentan zurück. Er hat bereits negative Erfahrungen gemacht: Henzis Zirkuszelt ist bei der Stadt Uster der Abteilung Sicherheit unterstellt, das Gebäude K der Abteilung Präsidiales. Das erschwert eine sinnvolle Nutzung der Infrastruktur. Beispielsweise stellte er bei der Verwaltung den Antrag, ob sie einen offenen Graben vom Gebäude K sieben Meter weiter bis zu seinem Zelt ziehen könnten. Doch dies wurde abgelehnt. Die Kosten von 10 000 Franken hat er nun selber investiert. Momentan läuft gemäss Henzi eine Spendenaktion, um diese Investition auf verschiedene Nutzer zu verteilen. Denn seine Toilette und das Wasser stünden neben dem Publikum seines Zelts auch dem angrenzenden Gewerbe zur Verfügung. Frank Sharma, Verwalter des Gebäudes Sharma bestätigt, dass er ausschliesslich für das besagte Gebäude K zuständig sei. Er habe jedoch die Betreiber der Zeughausbar und Martin Henzi vom Filacro-Zelt für eine Sitzung eingeladen. «Das neue Zeughausareal steht bezüglich Kooperationen ganz am Anfang.» Doch im Mai sei ein Tag der offenen Tür geplant. Dann könne das Gebäude K besucht werden. Das Ustermer Stadtfest findet dieses Jahr Anfang September auf dem Zeughausareal statt. Dies stellt eine grosse Chance für alle Beteiligten dar. Unternehmer Ueli Fritsche ist offen für Kooperationen: «Ich beteilige mich gerne an gemeinsamen Projekten. Im Zentrum steht aber unsere Bar.» Einzelne Mieter haben bereits Pläne: Carmen Moser vom Verein Tropicool würde während des Stadtfestes gerne eine kleine Bar vor ihrem Musikraum betreiben, und Martin Henzi plant zum Stadtfest für sein Zelt «eine zirzensische Präsentation für Jung und Alt». Zeughausbar und Filacro-Zelt werben um Publikum, der Rest profitiert.Foto: Andreas Leisi

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