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Jugendmusikalische Champions League

Wie Jungmusiker und Dirigenten beim Preisträgerkonzert des Valiant Forums um die Gunst der geladenen Gäste buhlten.

Die Kirche ist voll, die Lampen leuchten. Willkommen beim jugendmusikalischen Champions- League-Final. Zum zehnten Mal laden die Murten Classics an diesem Abend zum berühmten Valiant Forum, der Talentschau mit anschliessender Kür der Allerbesten. Noch nie waren die Zuhörer so wichtig wie in diesem Jahr: Mit der Einladung haben sie sich zum ersten Mal das Recht erworben, die «Sieger der Sieger» zu küren, wie der sportsprachlich versierte Moderator erläutert. Aus Jubiläumsgründen besteht das Teilnehmerfeld aus lauter Siegern, die bei früheren Ausgaben bereits zu hören waren. Die Mitglieder des Jugend Sinfonieorchesters Zürich gehören dazu, ebenso die Singknaben der St.Ursenkathedrale Solothurn. Und auch die Westschweizer Fraktion, die letztes Jahr einen recht zwiespältigen Sieg davontrug, ist wieder mit von der Partie: Zur Eröffnung beugen sich das Orchestre des jeunes de Fribourg und das Orchestre des jeunes de la Suisse Romande über das Andante doloroso aus Edvard Griegs populärem Orchesterstück «Peer Gynt». Mit feinen Strichen zeichnen die Streicher die Schwermut nach, und man könnte sich berühren lassen, wäre da nicht Dirigent Théophanis Kapsopoulos, der seine Truppe mit sportlicher Gestik zur Höchstleistung treiben möchte. Nur gut, dass sich die Jugendlichen davon nicht beirren lassen. Sowohl in der Pizzicato-Polka der Gebrüder Strauss als auch bei der Orchesterfassung von Anton Bruckners F-Dur-Streichquintett zeigen sie eine beachtliche Leistung, auch wenn sie hörbar an ihre Grenzen kommen. Eher kabarettistisch als sportlich zeigt sich Andreas Reize mit seinen Singknaben. Da werden Sonnenbrillen gezückt und Texte zur Gaudi des Publikums gestisch untermalt («D’Zyt isch do»). Eine gesanglich wie schauspielerisch überzeugende Leistung der Solothurner. Doch auch sie können den Zürchern letztlich nicht das Wasser reichen: Flotte Tempi und eine erstaunliche Klangkultur prägen den Auftritt des gut besetzten Jugend Sinfonieorchesters unter Massimiliano Matesic. Spätestens bei der spannungsgeladenen Ouvertüre zu Rossinis «Wilhelm Tell» beginnt gar die Kirche zu zittern. Bravorufe begleiten den Applaus für die Zürcher. Die nachfolgende Publikumsjurierung per Abstimmungscoupon erscheint da recht überflüssig.mei >

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