Zum Hauptinhalt springen

Jungen fällt der Einstieg in den Beruf wieder leichter

Der Lehrstellenmarkt hat sich etwas erholt. Die Chancen, eine Stelle im Traumberuf zu finden, ist für Junge im Bezirk Meilen wieder etwas grösser als früher.

Absolventen der Sekundarschule können hoffnungsvoller in die Zukunft blicken als auch schon. Der Druck, irgendeine Lehrstelle annehmen zu müssen, um überhaupt einen Beruf ergreifen zu können, scheint nachzulassen. Dieser sei vor allem von den Eltern aufgebaut worden - aus Sorge um die Zukunft ihrer Sprösslinge, sagt Ruth Bianchi, Bereichsleiterin Personalwesen von Gadola Bau AG, Oetwil.

Gemäss Brigitte Boehi, Projektleiterin Lehrstellenförderung des Bezirks Meilen, ist bei den Lehrstellen ein kleines Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Die pessimistische Grundstimmung in der Gesellschaft scheine zurückzugehen. Und die Angst der jungen Menschen, keinen Beruf erlernen zu können, werde eher kleiner, sagt sie. Sorgen bereitet ihr aber die geringe Zahl von Lehrplätzen für Jugendliche mit geringem schulischen Rucksack.

Obwohl es heute die eidgenössisch anerkann- te Attestausbildung mit Aussicht auf Weiterbildung im gewählten Beruf gebe, sei die Skepsis bei Lehrmeistern gegenüber dem neuen Ausbildungsmodell gross. Es sei noch Überzeugungsarbeit in den Betrieben zu leisten, damit auch junge Leute mit eher praktischer Veranlagung eine adäquate Ausbildung erhalten würden.

Kaufmännische Berufe sind beliebt

Spitzenreiter der angestrebten Berufsziele seien nach wie vor die kaufmännische Lehre und sogenannte «white collar jobs» wie Hochbauzeichner, Informatiker oder Drogist, sagt die Lehrstellenförderin des Bezirks.

Heute zeigten sich die jungen Leute beim Antritt einer Lehre motiviert, und die Freude auf den Beginn der Ausbildung sei gross, sagt Bianchi von Gadola. Das Unternehmen bildet im Bausektor wie auch im kaufmännischen Bereich Lehrlinge aus. Gegenwärtig hat die Firma drei Stifte im kaufmännischen Bereich und sechs bei den Bauleuten.

Die Anforderungen an die Jugendlichen sind verschieden. So ist in kaufmännischen Berufen ein Abschluss der Sek A zwingend. In den Bauberufen dominieren Absolventen der Sek B. «Die Bauberufe werden eher von Secondos angestrebt, während sich die Schweizer eher für die kaufmännischen Sparten interessieren», sagt Bianchi.

Kein Wettlauf um gute Lehrlinge

Ein Wettlauf um gute Lehrlinge, wie er unter Lehrbetrieben zurzeit ausgetragen wird (TA 23. 9.), scheint im Bezirk kein brennendes Thema zu sein. «Der frühe Einstieg ins Berufsleben vermag die mögliche Enttäuschung über eine nicht bestandene Aufnahme ins Gymi auszugleichen», sagt Ruth Bianchi. Sie weiss, dass Spätbewerber oft gute Lehrlinge werden. Denn diese hätten meist eine klare Vorstellung über ihren weiteren Ausbildungsweg.

Die Aussicht, ihre Lehre mit einer Berufsmatura abzuschliessen, bestärke die Auszubildenden in ihrer Berufswahl. Tendenziell schliesst Bianchi die Lehrlingsverträge eher spät ab. «Für uns ist das besser - wir erhalten dadurch oft die besseren Bewerbungen», sagt sie.

Die Lehrlinge sollen sich mit dem Lehrbetrieb möglichst gut identifizieren. Deshalb werden sie überall vollwertig eingesetzt. «Im geschützten Rahmen und unter Anleitung sollen sie an ihre Berufsziele herangeführt werden», erklärt Ruth Bianchi.

Den meisten Lehrbetrieben gelingt es, ein gesundes Vertrauensverhältnis mit den Auszubildenden aufzubauen. Sie sind trotzdem nicht vor dem Abbruch der Lehre durch den Lehrling gefeit. Für Brigitte Boehi sind die Gründe vielfältig, die einen Lehrling bewegen, die Ausbildung abzubrechen. Es könne Probleme in der Familie geben, vielleicht habe ein Jugendlicher Suchtprobleme. Manche würden unter den zu hohen Anforderungen leiden - oder die Berufswahl stelle sich nach einiger Zeit doch als verfehlt heraus.

Wer in der heutigen Zeit eine Ausbildung erfolgreich zum Abschluss bringen wolle, brauche klare Vorstellungen und Durchhaltewillen, sind sich die Experten einig.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch