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Kantonsräte wehren sich gegen die Schliessung

Vertreter aller vier grossen Kantonsratsparteien wollen verhindern, dass der Kanton den Steinbruch Weberhüsli in Oberdorf still legt. Sie sagen, die Steine würden dringend für die regionalen Wasserbauprojekte benötigt.

Seit Jahren ist die Rede davon, dass der Kanton den Steinbruch Weberhüsli in Oberdorf in naher Zukunft schliessen will. Jetzt sind die Pläne konkret: Im kantonalen Richtplan 2010, der noch diesen Herbst aufgelegt wird, wird der Steinbruch, in dem seit 1917 Steine gebrochen werden, nicht mehr verzeichnet sein, er wird aus dem Abbaukonzept «Steine und Erden» gestrichen. Gegen die Pläne des Kantons regt sich nun Widerstand. Im Kantonsrat haben gestern Vertreter der vier grossen Parteien CVP, SVP, FdP und SP gemeinsam einen dringlichen Auftrag eingereicht mit der Forderung an die Regierung, am Steinbruch Weberhüsli festzuhalten. Steine für den Wasserbau Das Hauptargument der Initianten: Für die Hochwasserschutzprojekte in der Region werden spezielle Steine benötigt. Und genau diese finden sich in Oberdorf. «Es ist in weiter Umgebung der einzige Steinbruch, in dem Wasserbausteine in der erforderlichen Menge abgebaut werden können», heisst es im Auftrag. Die Rede ist von rund 90000 Tonnen Gestein für das Hochwasserschutzprojekt Biberist-Gerlafingen, das sonst aus dem Berner Oberland oder gar aus dem Ausland eingekauft werden müsste. Und das sei «inakzeptabel». «Solche Steine sind jetzt und in Zukunft ein wertvoller und unverzichtbarer Rohstoff.» «Eine Narbe auf Zeit» Es sei nicht nachvollziehbar, dass ein Steinbruch geschlossen werden solle, dessen Rohstoff für ein aktuelles Projekt in der Nähe verwendbar ist, sagte etwa Peter Brotschi (CVP, Grenchen). An den Beweggründen des Kantons lassen die Auftraggeber kein gutes Haar. Dass der Steinbruch in einem BLN-Gebiet liege (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung), genüge nicht als Grund: «Nur 500 Meter weiter westlich liegt der Steinbruch Steingruben im gleichen geschützten Gebiet», so Brotschi. Zudem hinterlasse ein Steinbruch in der Landschaft nur eine «Narbe auf Zeit». «Der gegenwärtige Bedarf an Kalksteinen für den Wasserbau ist im Moment höher zu gewichten als eine temporäre Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Der Kantonsrat wird den Auftrag nächste Woche im Rahmen einer dringlichen Debatte behandeln. Philippe Müller >

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