Zum Hauptinhalt springen

(K)eine Saison wie jede andere

Am Montag öffnet die Kunsteishalle im Graben-gut ihre Tore. Es ist die 50.Saison. Der Entscheid, wie es mit der Sportstätte

Es bröckelt, rostet und verfärbt sich in der Eishalle Grabengut. Es knarrt, quietscht und rumpelt, wenn man sich darin bewegt. Auf den orange vergilbten Werbeflächen beim Eingang prangt noch immer der Schriftzug «Oberländische Herbstausstellung», obwohl diese bereits vor Jahren weggezogen ist; die Holztribüne trug bereits Zuschauer, als der FC Thun noch im Grabengut Fussball spielte. Das graue Gebäude wirkt mit seinen hellen Betonpfeilern und den breiten Luftlöchern dazwischen wie ein überdimensionales Skelett. «Kein Standard mehr» Die Eishalle ist 50-jährig. Am 23.November 1959 ist sie offiziell eröffnet worden. 3000 Menschen bejubelten damals den Eishockeyclub Thun im Freundschaftsspiel gegen Grindelwald, das von den Thuner Spielern mit 7:5 Toren gewonnen wurde. Die Zeiten haben sich geändert. Am Montag startet die Eishalle in ihre 50.Saison, bereits heute Abend bestreitet der EHC Thun sein erstes Saisonspiel (vgl. Text unten). Die Zukunft der Halle ist ungewiss. «Sie müsste dringend saniert werden. Sie entspricht den heutigen Standards schon lange nicht mehr», sagt Betriebsleiter Hans-Peter Stauffer. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man renoviert die bestehende Halle, oder man baut eine neue. Eine Arbeitsgruppe wägt zurzeit die Vor- und Nachteile ab. Sie besteht unter anderem aus Vertretern der Stadt und der Genossenschaft Stadion Lachen und Kunsteisbahn Thun. Die Leitung hat die Planungsfirma Impulsa AG, deren Inhaber und Geschäftsführer Melchior Buchs ist, der Thuner Exgemeinderat (wir berichteten). Die Arbeitsgruppe will im November oder Dezember Details über den aktuellen Stand bekannt geben. Neubau wohl realistischer Mit einem Entscheid ist aber laut Frank Heinzmann dann nicht zu rechnen. Heinzmann ist Leiter des Amtes für Bildung und Sport und Auskunftsperson der Arbeitsgruppe. Was er sagt, deutet auf eine neue Eishalle hin. «Die Arbeitsgruppe befürwortet tendenziell eher einen Neubau.» Zurzeit werde ein mögliches Nutzungskonzept für eine neue Halle diskutiert. Auch laufe die Evaluation über den Standort. Im Sportstättenkonzept der Stadt wird das Areal Thun-Süd genannt, gleich neben dem geplanten Fussballstadion. Doch was würde das Ganze kosten? «Ein Neubau würde im Vergleich zu einer Sanierung und Erweiterung wohl etwas mehr als das Doppelte kosten», so Heinzmann. Im Sportstättenkonzept werden 25 Millionen für einen Neubau und 8 Millionen für eine umfassende Sanierung genannt. «Je nach Nutzung sind die Zahlen zu hoch», kommentiert Heinzmann. Sanierung bis 2012 Pflicht Selbst wenn man rasch mit dem Bau einer neuen Halle beginnen könnte, müsste wohl noch Geld in die alte gesteckt werden. Denn bis 2012 muss die Kälteanlage der Eishalle saniert sein. Sie entspricht nicht mehr der Störfallverordnung. Nicht unbedeutend bei der Standortfrage ist, wie die Stadt Thun das Gebiet Grabengut in den kommenden Jahren bewirtschaften will. Entscheiden über Neubau oder Sanierung werden letztlich Gemeinderat und Stadtrat. Trotzdem Vorfreude Für Betriebsleiter Hans-Peter Stauffer ist wichtig, dass schnell ein Entscheid gefällt wird. «Es muss jetzt endlich etwas gehen, was auch immer es sein wird.» Die Ungewissheit über die Zukunft der Halle trübe die Vorfreude auf die Saison nicht, betont er. Im Januar sei ein Eisbahnfest geplant, wann genau, steht noch nicht fest. Ansonsten sei es eine Saison wie jede andere. Christoph Kummer Die Eisbahn im Grabengut öffnet am Montag um 10 Uhr. www.kunsteisbahnthun.ch >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch