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Klasse schon früher beobachtet

Die Schule in Rüschlikon hat Massnahmen gegen die Mobbing-Klasse ergriffen. Das bedrohte Kind geht nicht mehr in dieselbe Schule.

Von Daniel Stehula Rüschlikon – Die Buben der vierten Primarschulklasse stehen nach dem Turnen in der Garderobe. Sie bedrohen einen Mitschüler, ihre Stimmen sind laut. Es ist nicht das erste Mal, dass die Klassenkameraden den Jungen angreifen. Aber dieses Mal filmen zwei den Vorfall mit ihren Handys. Die Peiniger drohen, die Aufnahmen ins Internet zu stellen. Am nächsten Tag erfährt die Schule davon. Sie zieht die Polizei bei, um die Handys zu konfiszieren und auszuwerten. Der Klassenlehrer sucht das Gespräch mit den Beteiligten. Dieser Fall ist letzte Woche öffentlich geworden (der TA berichtete). Er hatte sich kurz vor Weihnachten ereignet. Zwischen Weihnachten und Neujahr meldete sich der Anwalt der Eltern des betroffenen Kindes bei der Primarschulpflege Rüschlikon. Seit Januar besucht das Mobbingopfer die Schule nicht mehr. Gemeinderätin und Schulpflegepräsidentin Doris Weber (parteilos) sagt, die Schule habe die Situation bewältigt: «Wir haben eine Fachperson für Mobbing zugezogen.» Danach lief das Krisenmanagement systematisch mit Elterngesprächen und Elternabenden ab. Die Kantonspolizei hielt einen Präventionsvortrag zum Thema Handy. Die Schulpflege informierte alle Eltern, deren Kinder in den Kindergarten und die Primarschule gingen, mit einem Brief über den Vorfall.Das Problem des Mobbings beschränkt sich laut Weber auf die eine Klasse. Dort führte man sogenannte Wochenfeedbacks ein. Der Klassenlehrer schreibt nun Berichte über das Verhalten der Schüler, die in das Mobbing verwickelt waren, und gibt sie den Eltern. Diese besprechen sie mit ihren Kindern. Zwei negative Berichte führen zu einem Gespräch mit dem Schulleiter und dem Mobbingexperten. «Wir haben für diese Klasse auch eine Assistenz eingestellt», sagt Weber. Ausserdem sind die Eltern enger eingebunden. «Die Eltern haben ausgemacht, dass sie untereinander das Gespräch suchen, wenn wieder etwas geschieht.» Schwierige Klassendynamik Weber sagt, die Schule sei auf gutem Weg. In der Klasse sei es jetzt ruhiger. Diese ist bereits vor dem Vorfall unter Beobachtung gestanden. In der Unterstufe hat sich laut Weber eine «schwierige Klassendynamik» eingestellt. In der 3. Klasse führte die Schule darum ein Peacemaker-Projekt durch. Das sorgte kurze Zeit für Besserung. «Nach einer ruhigeren Phase hat sich dann der Vorfall ereignet», sagt Weber. Manche Kinder würden vom Kindergarten bis zur 3. Sekundarschule in dieselbe Klasse gehen, sagt Weber. Um die Rollenverteilung zu ändern, teile die Schulpflege die Klassen für das fünfte Schuljahr neu ein. Eine zusätzliche Lehrerstelle wurde eben bewilligt. In kleineren Klassen mit anderer Zusammensetzung soll ein solcher Vorfall nicht mehr vorkommen. In einer vierten Klasse wurde ein Kind gemobbt (Szene nachgestellt). Foto: PD

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