Zum Hauptinhalt springen

Knochen für saubere Wäsche

Eine Lauge aus Knochen, Asche, Soda und Salz ist der Vorgänger von Persil & Co. Eine Ausstellung in Sünikon zeigt, wie Hausfrauen die Kleider reinigten.

Von Katrin Brunner Steinmaur – «Weisst du noch, so eine Schwinge hatten wir auch zu Hause», ruft eine Besucherin begeistert. «An diese Waschmittelwerbung kann ich mich auch noch erinnern», entfährt es einer anderen. Die Ausstellung «Wäsche» in Sünikon, die am Wochenende eröffnet wurde, weckte bei vielen alte Erinnerungen. «Genau diesen Wiedererkennungseffekt möchten wir mit der Ausstellung erreichen», sagt Markus Schmid, der zusammen mit Liliane Roth und Sandra Eggli die Ausstellung realisiert hat. Schwingen, wie sie die Besucherinnen entzücken, stehen noch heute in zahlreichen Vorgärten – zweckentfremdet und darum meist mit hübschen Blumen bepflanzt. Die Ausstellung aber will zeigen, was vor der Waschmaschine und dem Wäschetrockner in den Haushalten stand. Waschen, das war einst harte Arbeit im Haushalt und wurde meist von Frauen erledigt. Waschen am Fluss und am See Sperrig und unförmig sind viele Ausstellungsstücke. Einen Grossteil davon haben die Organisatoren als Leihgaben von überallher zusammengetragen. Teilweise fanden sich die Stücke in den Kellern der Region. Echte Trouvaillen befinden sich darunter: Eher zu den luxuriösen Waschhilfen zählte beispielsweise ein hölzerner Bottich aus dem Jahr 1910, in dem die Wäsche bereits waschmaschinenmässig durchgeknetet wurde. Betrieben wurde er allerdings von Hand. Weiter findet sich ein Dampfwaschherd in der Ausstellung, mit dem die Frauen mithilfe von heissem Dampf Kleider säubern konnten. Bis in die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts finden sich weitere, teilweise auch handlichere Hausfrauenhelfer – darunter die Wäschestampfer, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach und nach von den Waschmaschinen abgelöst wurden.Doch noch bevor die mechanischen Geräte in den Umlauf kamen, war Waschen mit noch grösserem Aufwand verbunden. Kiloweise schleppten die Frauen und ihre Helfer Kleider, Bettlaken, Geschirrtücher und Tischdecken an Fluss-, See- und Bachufer, um dem Dreck den Garaus zu machen. Oder sie trugen die Wäschekörbe ins Waschhäuschen, dessen Kessel sie bereits Stunden zuvor einheizen mussten. Nicht immer wuschen die Frauen übrigens mit Seife. Hygiene und Wäsche verändert Besonders auf dem Land war diese schwer erhältlich, weshalb die Wäsche häufig in einer Lauge aus Buchenholzasche, Knochen, Salz und Soda eingeweicht wurde. «Die Art des Waschens hat sich in den letzten 120 Jahren stark verändert», sagt Liliane Roth von den Ausstellungsmachern. Und mit der Art auch der Hygienestandard. Die Ausstellung «Wäsche» ist noch bis Oktober im Ortsmuseum Sünikon bei der Linde zu sehen. Öffnungszeiten sind jeweils am ersten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr und jeweils am zweiten Donnerstag im Monat von 19 bis 21 Uhr. Die Ausstellung «Wäsche» weckt alte Erinnerungen. Sie zeigt, wie sich die Arbeit der Wäschefrauen verändert hat. Foto: Daniel Zannantonio

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch