Zum Hauptinhalt springen

Kühe fressen schon das Winterheu

Fische verenden, Kühe fressen Winterheu, die Brandgefahr steigt: Im Berner Oberland herrscht Trockenheit. Die Meteorologen rechnen nicht mit einer

Die Bäche tröpfeln, die Gräser vergilben, und die Bauern stöhnen. Die Trockenheit hat das Berner Oberland fest im Griff. Einige Bäche führen so wenig Wasser, dass Fische verenden und umgesiedelt werden müssen. «Wir haben am Wochenende über 800 Fische im Lombach eingefangen, damit sie nicht sterben», sagt Martin Flück, Fischereiaufseher in Brienz. «So ausgetrocknet habe ich den Lombach noch nie gesehen.» Gestern Abend fing Flück ausserdem rund 30 Exemplare aus dem vertrockneten Mürrenbach. Aus dem Grönbach im Justistal hat Fischereiaufseher Benjamin Gugger rund 250 Forellen gerettet. Das Einfangen geschah mit einem Elektrofanggerät: Dabei wird ein elektrisch geladener Stab ins Wasser gehalten, die Fische werden dadurch angezogen und können gefangen werden. Die Tiere sind umgesiedelt worden. Teils in höhere, teils in tiefer gelegene Bereiche des Baches, je nach dem, wo noch genügend Wasser vorhanden ist. Gewinner im Schatten Leidtragende der Dürre sind auch die Bauern und ihre Tiere. Das Vieh wird in vielen Betrieben mit Heu gefüttert, weil das Gras zu wenig wächst. «Viele Landwirte müssen bereits die Winternahrung hervorholen oder sogar die Zahl ihrer Tiere reduzieren», sagt Tobias Furrer vom Inforama Hondrich. Doch das betreffe nur die Landwirtschaftsbetriebe auf der Sonnseite. «Die Betriebe auf der Schattseite profitieren von der Trockenheit. Der Boden ist besser beweid- und befahrbar.» Furrer schätzt, dass sich die Zahl der Profiteure und Leidtragenden in etwa die Waage halten. Thun ist staubtrocken Die Trockenheit wird wohl noch einige Tage andauern. Laut Meteoschweiz ist nur mit vereinzelten Schauern zu rechnen. So beispielsweise am Donnerstag und am Wochenende. «Wann diese Trockenperiode endet, ist noch nicht absehbar», sagt Meteorologe Daniel Gerstgrasser. Besonders trocken ist es in Thun: «Im September fielen nur rund 26 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge.» Zum Vergleich: In Bern waren es rund 66, in Interlaken 39 Prozent. Wegen der anhaltenden Trockenheit ruft das kantonale Amt für Wald in Absprache mit den Regierungsstatthaltern zu grösster Vorsicht im Umgang mit Feuer auf (vgl. Kasten rechts). Christoph Kummer>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch