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Längere Piste für mehr Business

Der Flughafen Grenchen will seine Piste um 450 Meter verlängern und hat das dazu nötige Verfahren gestartet. Neue, grössere Flugzeuge sollen damit nicht landen. Der Masterplan sieht auch zwei neue Gebäude vor.

Nationale Verkehrsprojekte haben eine Vorlaufzeit von Jahrzehnten: Das war bei der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist so, das ist aber auch bei Luftverkehrsprojekten nicht anders. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass die Flughafenbehörden von Grenchen auch in längeren Zeiträumen denken und ihre Zukunftspläne mit «Masterplan 2020» betiteln. Es ist nicht einmal eine Frage des Geldes, sondern der komplizierten Bewilligungsverfahren, welche die Projekte in die Länge ziehen. Geschäftsfliegerei stärken Dieser Masterplan umfasst den ganzen Betrieb des Flughafens Grenchen. Grundsätzlich bleibt alles beim Alten: Weiterhin keine Charter, keine Linienflüge, dafür ein breites Angebot für alle Formen der Fliegerei von der Ausbildung bis zu den Modellfliegern. Aber: Bei der Geschäftsfliegerei, einem wichtigen Standbein für die Zukunft, entspricht das heutige Angebot nicht mehr den Bedürfnissen. Weil die Pistenlänge für die heutigen Flugzeuge zu kurz ist, gibt es Beschränkungen in Sachen Passagieren und/oder Treibstoff. Das erschwert den Betrieb und deshalb kam der Wunsch auf, die Piste um 450 Meter in Richtung Altreu zu verlängern. Flughafendirektor Andreas Wegier und Projektleiter Peter Jaberg betonen, dass es nicht darum gehe, neue und grössere Flugzeuge anzulocken, sondern den bestehenden bessere Bedingungen zu bieten. Die hier entscheidende Grösse ist die Pistenbreite, und die werde nicht tangiert, erklärt Wegier. Umwelt wenig betroffen Ein Unterfangen wie eine Pistenverlängerung, das haben die Bemühungen in Bern-Belpmoos gezeigt, weckt Ängste und führt zu Widerstand. Ein erstes Koordinationsgespräch mit verschiedenen Betroffenen ist laut Jaberg ruhig verlaufen. Die Pläne seien von Gemeinde- und Umweltvertretern zur Kenntnis genommen worden. Bedenken seien wegen des heutigen Betriebs angemeldet worden, insbesondere hätten Vertreter von einzelnen Gemeinden nicht eingehaltene Luftwege reklamiert. Bis es tatsächlich soweit ist, dass die ungefähr 3,5 Millionen Franken teure Piste gebaut wird, wird noch viel Wasser die Aare hinunter fliessen. Konkret reden bei der angestrebten Pistenverlängerung Richtung Altreu von 1000 auf 1450 Meter der Bund und der Kanton mit. Aber auch die Anstössergemeinden sind in diesem mehrstufigen Verfahren gefragt, das auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung umfasst. Für Jaberg ergeben sich umwelttechnisch keine grossen Probleme, weil die 450 Meter nicht in einer Gewässerschutzzone oder im Zugvogelreservat liegt. Verschiebung des Lärms Weil keine Veränderungen im Luftbetrieb vorgesehen sind, auch bei den Flugzeiten, erwarten die Betreiber keine markante Veränderung der Lärmbelastung. Auswirkungen habe es natürlich Richtung Altreu, während Richtung Biel die Belastung sinke. Das betreffe aber die Landwirtschaftszone und die mögliche Siedlungsentwicklung. Auf gut Deutsch: Es empfiehlt sich nicht, Altreu in Richtung Flughafenpiste auszubauen. Nicht nur die Verlängerung der Piste steht an: Verbesserungen der Tankanlage, Tower und Hangarbauten sowie zwei Neubauten – eine Flugzeugeinstellhalle und Gebäude für Unterhalts- und Servicefirmen im Spickel beim Witibach sind weitere Projekte. Verwaltungsratspräsident Alfred Lüthi erhofft sich mehr Bewegungen und Passagiere. Von den besten Zeiten in den 90er-Jahren, als 105000 Flugbewegungen registriert wurden, ist man beim Flughafen Grenchen weit entfernt. Auch, weil das künftige Angebot auf 90000 Bewegungen ausgerichtet ist. Für Lüthi ist denn auch das Motto: «Nicht in erster Linie mehr, sondern vor allem besser.»Beat Waldmeier >

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