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Lehrer-Lobbyarbeit mit kleinen Makeln

Gesehen & Gehört Die Mitglieder der Bildungskommission haben gestern wieder einmal einen Lobbybrief erhalten. Der Absender ist diesmalJürg Maag, Präsident der Lehrpersonenkonferenz. Er fürchtet, die Kapitelversammlungen, an denen alle Lehrerinnen und Lehrer zweimal im Jahr teilnehmen müssen – und die den Kindern schulfreie Nachmittage bescheren –, könnten auf einen Mittwochnachmittag verlegt werden. Oder – noch schlimmer – auf einen Abend. Zu dieser Frage steht im Kantonsrat demnächst die Entscheidung an. Maag teilt der Kommission wenig überraschend mit, die Lehrerschaft habe sich «mit überwältigendem Mehr» gegen die Verschiebung der Kapitelversammlungen auf einen schulfreien Nachmittag ausgesprochen. Für die Lehrerschaft seien die Kapitel wichtig, und es werde dort intensiv gearbeitet. Da hat man über die Schulkapitel schon anderes gehört. In Uster würden zum Beispiel viele Lehrpersonen lieber in der Schule weiterarbeiten, als an die Versammlungen zu gehen, sagt SchulpräsidentinSabine Wettstein (FDP). Und ihre Amtskollegin aus Kloten,Corinne Thomet (CVP), weiss, dass Lehrer zuweilen Korrekturarbeiten an die Kapitel mitnehmen, damit sie dort etwas Produktives zu tun haben. Sowohl in Kloten als auch in Uster hat man Verständnis für Lehrer, die mit dem Kapitel nicht viel anfangen können. Bussen fürs Fehlen gibts nur «theoretisch», und auch die Entschuldigungen fürs Fehlen müssen nicht sehr kreativ sein. SeklehrerMarcel Burlet(SP) findet sogar, dass man zweimal im Jahr Kopfweh haben dürfe, auch wenn das auf ihn noch nie zugetroffen habe. * Ob der Kantonsrat den Lehrern die Kapitel tatsächlich in der unterrichtsfreien Zeit aufbürdet, ist unsicher. Klar ist nur, dass er sich bei der Lehrerschaft keine neuen Freunde machen würde. Die GrüneEsther Guyer, die mitClaudio Schmid (SVP) und der FreisinnigenKatharina Kull (FDP) die Idee lanciert hatte, musste sich von der Lehrerschaft schon «beschimpfen» lassen. Selbst ihre politische Weggefährtin, die SekundarlehrerinClaudia Gambacciani, kann ihr nur mit gemischten Gefühlen folgen. * Das politische Geschehen wird nicht nur in der staatlich verordneten Lehrpersonenkonferenz verfolgt, sondern auch in der privaten Lehrergewerkschaft ZLV. Meist regiert der ZLV blitzschnell – manchmal gar zu schnell, wie sich gestern zeigte. ZLV-GeschäftsführerinYvonne Feri meldete um 11.22?Uhr, der Kantonsrat habe sich für die Abschaffung der Mitarbeiterbeurteilungen ausgesprochen. Um 12.05?Uhr kam dann die korrigierte Fassung: Für den Kantonsrat sei das Anliegen nicht dringlich, er habe den Entscheid aufgeschoben. * Genug von der Politik hat PrimarlehrerinEva Torp (SP). Sie tritt aus dem Kantonsrat zurück. Dafür freut sie sich über ihre neue (Lehrer-)Stelle in der Stadt Zürich und dass sie am neuen Arbeitsplatz bereits auf einem Bild im kantonalen Schulblatt zu sehen ist. Daniel Schneebeli

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