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Linke fallen vor allem durch Hausbesetzungen auf

Die Linksextremen halten sich etwa die Waage mit den Rechtsextremen. Das sagen die Experten der Kantonspolizei: «Die Zahl dürfte sich kantonsweit auf ähnlichem Niveau halten wie die der Rechtsextremen: um die 200.» Ähnlich wie bei den Neonazis kann die Zahl nur grob geschätzt werden. Der Grund: das konspirative Verhalten. Die Polizei verzeichnet einen Zulauf, insgesamt habe sich die Szene aber nicht wesentlich vergrössert. «Im Raum Thun dürfte sich das Mobilisierungspotenzial auf rund 60 bis 80 Personen belaufen.» Es sei jedoch nicht bekannt, inwiefern sich diese Zahl mit offiziellen Mitgliederzahlen deckt. Gleich wie bei den Neonazis ist es oft nicht klar, ob es sich um wirklich politisch Überzeugte oder um Mitläufer handelt. In Thun kaum militant Während das Berner Oberland in der rechtsradikalen Szene als Zentrum gilt, ist ihr linkes Pendant eher bernorientiert. «Die Hauptaktivitäten gehen eindeutig von Bern aus», so die Polizei. Die Aktionen in den anderen Städten wie Thun seien weit weniger aggressiv. In Thun könne von einer «friedlichen Gruppe» gesprochen werden. «Bisher ist in Thun keine besonders ausgeprägte Militanz erkennbar.» Dieser Umstand könne sich aber sehr rasch ändern. «Durch die globale Vernetzung hat auch die linke Szene Thun Kontakte zu mehr oder weniger militanten Kreisen.» Bekannt sind in Thun die sogenannten Autonomen Gruppen Oberland (AGO), die Antifa Oberland, das libertäre antifaschistische Kollektiv Thun (LAK-Thun) und die Aktion Hausgeist. Diese Gruppen engagieren sich vor allem für zwei Dinge: Antifaschismus und die Schaffung von autonomen Jugendzentren. Auffällige «Hausgeister» In den letzten zwölf Monaten gab es diverse Aktionen von Linken im Oberland, vorwiegend in Thun. Auffallend waren die Hausbesetzungen (wir berichteten). Beim jüngsten Vorfall nahm die Gruppe Aktion Hausgeist Ende Mai nach einer Demo die verlassene Liegenschaft an der Waisenhausstrasse 18 in Beschlag. 60 Personen feierten eine Party und verliessen das Gebäude dann wieder. Die Hausbesetzungen verliefen friedlich und wurden teils von den Behörden oder auch von den Liegenschaftsbesitzern toleriert. Demo übermorgen Samstag Gestern hat der Thuner Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP) eine weitere Demonstration linker Aktivisten bewilligt; dies nach einem Treffen mit Vertretern der Organisatoren. «Sie schätzen, dass 80 bis 100 Leute teilnehmen werden», so Siegenthaler. Er betont, es gebe klare Auflagen bezüglich Route und Verhalten. «Sachbeschädigungen und Sprayereien werden nicht toleriert.» Noch offen ist, wo sich die Demonstranten besammeln. «Da gibt es noch Differenzen», erklärt Siegenthaler, der die Demo gerne am Rand des Zentrums sähe. Christoph KummerMarco Zysset >

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