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Löwen-Abbruch beschäftigt jetzt den Staatsanwalt

Der Eigentümer des ehemaligen Kilchberger Hotels hat sich mit dem Ingenieurbüro auf einen Vergleich geeinigt. Gegen die Baufirma strengt er ein Strafverfahren an.

Von Sibylle Saxer Kilchberg – Walter Ruchti weiss: Noch immer kursiert das Gerücht in Kilchberg, dass er den Abbruch des ehemaligen Hotels Löwen an der Seestrasse 153 in Kilchberg provoziert hat. Das will der Bauherr der Überbauung Seepark – die seit mehr als fünf Jahren in der Planung steckt – nicht auf sich sitzen lassen. Im Juni 2008 hatte das Bezirksstatthalteramt ein erstes Verfahren eingestellt (siehe Kasten). Da Ruchti um Wiederaufnahme dieses Verfahrens ersucht hat, sind aktuell eine Strafanzeige und eine Zivilklage gegen die ausführende Baufirma Kibag mit Sitz im schwyzerischen Bäch hängig. «Die Strafanzeige betrifft den Tatbestand der Verletzung der Baukunst und Betrug», sagt Alois Schuler, der Rechtsanwalt von Bauherr Walter Ruchti, auf Anfrage. Urs Hubmann, stellvertretender Leiter der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, bestätigt die Wiederaufnahme des Verfahrens. Zum Stand der Untersuchung nimmt er jedoch keine Stellung, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Er stellt in Aussicht, dass er in «drei Monaten» mehr wissen sollte. Kibag nimmts gelassen In seiner Argumentation stützt sich Walter Ruchti auf ein Gutachten, das er gemeinsam mit der ausführenden Baufirma Kibag, dem Ingenieurbüro Federer und Partner und weiteren Involvierten bei der Gysi Leoni Mader AG in Auftrag gegeben hat. Dieses Gutachten ortet die Ursachen für den Löwen-Abbruch unter anderem in mangelhafter Baustellensicherung. Armin Immoos, Geschäftsführer der Kibag Bäch, bestätigt, seine Firma «liege im Streit» mit Walter Ruchti. Der Untersuchung für das Strafverfahren sieht er aber mit Gelassenheit entgegen: «Ich nehme das zur Kenntnis.» Er lässt durchblicken, dass das von Ruchti angeführte Gutachten für ihn nicht massgebend sei, da es kein gerichtliches sei. «Und wir sind überzeugt, dass wir die Baugrube und die Unterfangung des bestehenden Gebäudes nach den Regeln der Baukunde ausgeführt haben», sagt Immoos. Das früher und auch heute noch für Walter Ruchti tätige Ingenieurbüro Federer und Partner, das gemäss dem Gutachten der Gysi Leoni Mader AG mit in der Verantwortung steht, hat sich hingegen mit dem Bauherrn auf einen aussergerichtlichen Vergleich geeinigt. Dies bestätigt Andreas Federer, Inhaber von Federer und Partner und Thalwiler Gemeinderat, auf Anfrage. «Wir haben darüber aber Stillschweigen vereinbart», sagt Federer. Es sollen keine Mutmassungen angestellt werden, bevor das Verfahren gegen die Kibag abgeschlossen sei. «In solchen Fällen ist nie nur ein Schuldiger auszumachen, der zu 100 Prozent verantwortlich gemacht werden kann», sagt Federer. Die Berufshaftpflicht habe den Betrag für die Einigung abgedeckt. Sommer 2007: Der Löwen ist duch den Umbau dermassen in Mitleidenschaft gezogen, dass der Abbruch nötig wird.Foto: ZSZ

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