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Manager hat Frau doch nicht bedroht

Ein Thalwiler Manager soll seine Frau während der Scheidung massiv bedroht haben. Der Schuldspruch des Bezirksgerichts Horgen wurde nun umgestossen.

Von Attila Szenogrady Thalwil – Es war eine Liebesheirat, als sich der Manager aus Thalwil und eine Geschäftsführerin vor über sechs Jahren das Jawort gaben. Schon Mitte 2007 begannen sich die Eheleute aber regelmässig heftig zu streiten. Da der heute 51-jährige Manager mit einem baldigen Ende der Beziehung rechnete, zeichnete er mehrere Telefongespräche mit seiner Gattin heimlich auf. Mit der Absicht, Beweismittel in einem allfälligen Scheidungskampf zu sichern. Tatsächlich war die Ehe im Sommer 2009 so zerrüttet, dass es zur Trennung kam. Die Frau reichte Strafanzeige ein. Demnach sei sie von ihrem Mann zweimal massiv eingeschüchtert worden. Erstmals im Juni 2009, als der Manager im Gemeindehaus Thalwil seiner Frau gedroht habe, sie «kaputt zu machen» und das gemeinsame Kind in sein Haus zu holen. Zu einem zweiten Vorfall sei es drei Monate später gekommen. Diesmal soll er die Geschädigte nicht nur als schlechte Mutter bezeichnet, sondern sie erneut bedroht haben. Sowohl die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis als auch das Bezirksgericht Horgen glaubten den Darstellungen der heute 49-jährigen Mutter. Schuldsprüche in Horgen Das Horgner Gericht verurteilte im Juni 2010 den Manager wegen mehrfacher Drohung sowie unbefugten Aufnehmens von Gesprächen zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 150 Franken. Verteidiger Valentin Landmann legte Berufung ein und erschien mit seinem Klienten am Donnerstag vor dem Obergericht. Die beiden akzeptierten den Schuldspruch im Hinblick auf die Aufnahmen. Hingegen stellte der Angeschuldigte die Drohungen in Abrede. Er stufte die Anzeige der Frau als Racheaktion ein. Das Obergericht folgte den Argumenten der Verteidigung und kam bei den Drohungen zu einem Freispruch. Es stehe Aussage gegen Aussage, erklärte der Vorsitzende. Das Aufnehmen der Telefonate führte zu einer Geldstrafe von fünf Tagessätzen zu 150 Franken auf Bewährung.

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