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Millionen, die alle zahlen wollen

Am 15. Mai entscheiden die Küsnachter über die teuerste Vorlage der Dorfgeschichte.

Von Lucien Scherrer Küsnacht – Die grösste Investition aller Zeiten steht für die Küsnachter vor der Tür und keinen kümmerts: Etwa so könnte man die Stimmung beschreiben, die derzeit im Dorf herrscht. Am 15. Mai entscheiden die Stimmbürger an der Urne darüber, ob das 36-jährige Alters- und Gesundheitszentrum Tägerhalde durch einen Neubau ersetzt werden soll. Kostenpunkt: 67,6 Millionen Franken. Selbst für die reichen Küsnachter, die jährlich 100 Millionen an den Finanzausgleich abliefern, ein happiger Brocken. «Es ist eindeutig das grösste und teuerste Projekt, über das die Politische Gemeinde je abgestimmt hat», sagt Gesundheitsvorstand Martin Bachmann (SVP). Dennoch habe die Vorlage im Dorf bisher «kaum Wellen geworfen». Tatsächlich sind sich die Rechnungsprüfungskommission und die Ortsparteien für einmal weitgehend einig, dass die Ausgabe nötig ist. Die SVP hat das Geschäft einstimmig abgesegnet, und auch SP und FDP sagen Ja.«Der Bedarf ist ausgewiesen», sagt FDP-Präsident Marc Lindt, «und der Gemeinderat hat sich bemüht, das Ganze so günstig wie möglich zu halten.» SP-Präsidentin Heidi Häfeli sieht das ebenso: «Eine billigere Variante kann ich mir nicht vorstellen.» Zudem seien die zuständigen Gemeinderäte nicht als «Geldverschwender» bekannt. «Absolut im Rahmen» Tatsächlich sollen die 67,6 Millionen Franken für ein Gesamtpaket investiert werden. Der Neubau der «Tägerhalde» – geplant sind 88 Zimmer für Pflegewohngruppen, 11 Zimmer für die Übergangspflege und 11 Alterswohnungen – verschlingt «nur» 55,3 Millionen Franken. Laut Martin Bachmann belaufen sich die Kosten pro Kubikmeter auf 900 Franken. Ein Vergleich mit vier anderen Alterszentren im Raum Zürich habe ergeben, dass man damit «absolut im Rahmen» sei. Der Rest des Kredits wird zum grossen Teil für die Einrichtung eines Provisoriums auf dem Areal des Pflegeheims am See benötigt, wo die Bewohner der Tägerhalde während der Bauzeit untergebracht werden sollen. Gerade das Provisorium ist für Lindt ein Beispiel für das «kostenbewusste Vorgehen» des Gemeinderates. Denn 4,6 Millionen sollen wieder hereingeholt werden – unter anderem, weil die Gemeinde Erlenbach das Provisorium von 2015 bis 2017 mieten will, während das Altersheim Gehren neu gebaut wird.Das Bürgerforum (BFK), das gemeinderätlichen Vorlagen oft kritisch gegenübersteht, wird seine Parole erst am nächsten Montag fassen. Laut BFK-Präsident Felix Thyes war die Stimmung bisher aber «positiv». Es deutet also alles darauf hin, dass der Neubau der «Tägerhalde» mit einem «sowjetischen» Ergebnis bewilligt wird.

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