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Mini-Supermärkte von Valora wollen Gäste statt Kunden

Anders als Coop Pronto und Migrolino sollen die Avec-Läden von Valora mehr als kleine Supermärkte sein. Die Entwicklung geht Richtung Gastronomie.

Von Romeo Regenass, Horgen Im Supermarkt braucht auch der kleine Einkauf seine Zeit. Die Wege sind lang, das Angebot gross. Nicht so im Convenience-Shop: Für 55 Prozent aller Kunden dauert der eigentliche Einkauf dort bloss eine Minute, für weitere 32 Prozent sind es zwei bis drei Minuten. Das hat die Verhaltensanalyse von 1900 Kunden ergeben, welche die Beratungsfirma Fuhrer & Hotz im Auftrag der Betreiberfirma Alimentana im Aperto-Shop im Bahnhof Luzern durchgeführt hat. Convenience-Shops haben also extrem wenig Zeit, um die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich zu ziehen. Wie gelingt das am besten? Die hiesigen Platzhirsche Coop Pronto und Migrolino sind im Wesentlichen Supermärkte im Mini-Format. Sie florieren dank langen Öffnungszeiten und Lagen mit hohem Passantenverkehr. Die zwei Ladenketten der Grossverteiler zählen unterdessen rund 400 Filialen, und ihre Expansion ist noch lange nicht abgeschlossen.International entwickelt sich diese Art von Läden aber immer mehr in Richtung Gastronomie: Es gibt Bedientheken mit frisch zubereiteten statt abgepackter Sandwiches, mit frischen Salaten, mit frisch gepressten Säften – und das Wichtigste für den täglichen Bedarf. «Es geht nicht nur ums rasche, unkomplizierte Einkaufen, sondern auch ums Erlebnis», sagt Detailhandelsexperte Martin Hotz, der unzählige solcher Konzepte im Ausland studiert hat.Richtung Gastronomie geht nun auch der Handelskonzern Valora: Der Franzose Pascal Le Pellec, seit Oktober 2010 für die Avec-Läden zuständig, war selbstständiger Gastronomieberater und trug zuvor die Verantwortung für vier Ländergesellschaften der Fast-Food-Kette Burger King. «Wir wollen nicht einfach die dritte Version eines Supermarkts mit reduziertem Artikelangebot sein, wir wollen Gäste statt Kunden.» Die neuen Läden sollen Gastfreundschaft und Lebensgenuss ausstrahlen – etwa in der Kombination von Angeboten mit Wein (wo auch der Winzer des Monats nicht fehlt), Käse und Brot. Bildschirme informieren über Spezial-Angebote, die sich der Tageszeit anpassen: am Morgen Kaffee mit Gebäck, am Mittag Sandwich mit Getränk. Wer will, isst gleich im Lokal – und hat so mehr Zeit, auf das eine oder andere Produkt aufmerksam zu werden (und es vielleicht zu kaufen). Energydrink für einen Franken Für Frequenzen sorgen Angebote wie der Hotdog für Fr. 2.90. Natürlich geht Le Pellec davon aus, dass der Schüler, der wegen des Billig-Hotdogs (oder des Energydrinks für einen Franken) in den Laden kommt, Zusatzkäufe tätigt. Nur so geht die Rechnung auf. Noch hat Valora keinen Entscheid gefällt, alle Läden umzurüsten. Bereits in Betrieb ist «C’est la vie» am Bahnhof in Muttenz, wo Valora seinen Hauptsitz hat, sowie in Sissach und Weinfelden. Im Juni folgt mit Romont die erste Filiale in der Westschweiz. «Neue Standorte werden alle bereits gemäss dem neuen Konzept eröffnet», sagt Le Pellec. Doch die bestehenden Filialen seien sehr vielfältig und auch von der Grösse her nicht in jedem Fall für das neue Konzept geeignet. «Eine Einheitslösung für alle unsere Standorte gibt es nicht.»

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