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«Mit Abenteuern punktet man bei Kindern»

Der Cevi Horgen ist die älteste Abteilung im Bezirk. Sie feiert ihr 150-jähriges Bestehen. Christoph (45) und Moritz Eck (16) sagen, warum die Organisation auch die nächsten 150 Jahre übersteht.

Im Gründungsjahr 1859 traf man sich beim Christlichen Jünglingsverein am Samstagabend zum Gebet und zum ausführlichen Gedankenaustausch über biblische Texte. Ist das heute auch noch so?

Moritz Eck: Nein, wir diskutieren nur sehr selten über Gott. Es gibt aber Cevi-Abteilungen, die viel gläubiger sind als wir. Die im Zürcher Oberland machen beispielsweise auch Gottesdienste. Das machen wir nicht.

Christoph Eck: Horgen ist eine liberale Cevi-Sektion. Meine Mission war auch nie der Glauben. Aber das Christentum gehört schon zum Cevi und prägt ihn auch. Inwiefern?

Moritz Eck: Die biblischen Geschichten bilden für uns einen guten Hintergrund, um Übungen zu machen und Themen zu behandeln. So ein Thema wird etwa über ein halbes Jahr lang behandelt. Wie sieht so eine Übung aus?

Christoph Eck: Einmal hatten wir das Thema «Auszug aus Ägypten». Da bastelten wir Holzwagen, lehnten dafür extra ein Huhn aus, dass wir im Käfig auf dem Wagen mitnahmen. Die Feuerwehr hat dann mit einem Wasservorhang das Meer symbolisiert. Dann stellten sie das Wasser ab, das «Meer» war geteilt, und wir konnten durchlaufen. Haben sich die Übungen in den letzten 25 Jahren verändert?

Christoph Eck: Nein. Der Cevi-Alltag ist gleich geblieben. Mit Abenteuer, Feuer und Seilbrücken punktet man auch heute noch bei den Kindern. Fällt Ihnen ein besonderes Cevi-Erlebnis ein?

Moritz Eck: Mir ist die eigene Taufe noch gut in Erinnerung. Wie sie mir meinen Namen mit einem dicken Filzstift auf den Bauch geschrieben haben: Moskito. Der Name passt auch wirklich zu mir. Und wie ist Ihr Cevi-Name?

Christoph Eck: Mustang. Den konnte ich aber selbst wählen (lacht). Früher war das noch so. Wie seid Ihr zur Cevi gekommen?

Christoph Eck: Ganz klassisch: Ich wurde von einem Kollegen mitgeschleift.

Moritz Eck: Bei mir war es auch so. Wenn es am ersten Tag gut ist, dann bleibt man dabei, weil man gute Erinnerungen daran hat. Was unterscheidet die Atmosphäre im Cevi beispielsweise von derjenigen im Fussballklub?

Moritz Eck: Bei uns dürfen halt alle mitmachen, egal, wie gut sies können. Bei uns wird jeder akzeptiert. Auch Katholiken oder Nichtchristen.

Christoph Eck: Es ist nicht leistungsorientiert. In vielen Vereinen gibt es heute einen Mitgliederschwund. Wie sieht das beim Cevi Horgen aus?

Christoph Eck: In der Blütezeit in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren hatten wir mit gegen 300 Cevis - Jungen und Mädchen - den Höchststand. Heute sind es rund 75 Jungen. Der Cevi hat da eine gewisse Entwicklung verschlafen, wir sprechen heute nicht mehr die gleich grosse Mittelschicht an wie früher. Wie schafft es der Cevi Horgen, auch die nächsten 150 Jahre zu überstehen?

Christoph Eck: Das Motto des YMCA (internationale Dachorganisation, Anm. der Red.), «Meeting the needs of young people» - was «Die Bedürfnisse der Jungen treffen» heisst -, trifft es ziemlich gut. Man muss flexibel auf die Bedürfnisse der Jungen eingehen.

Moritz Eck: Ich bin sicher, dass der Cevi Horgen auch die nächsten 150 Jahre überleben wird. 150 Jahre Cevi Horgen, Ausstellung im Ortsmuseum Sust, Vernissage: heute, 25. September, 19 Uhr. Öffnungszeiten: vom 27. September bis 15. November, sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Sie stehen für den Cevi Horgen, der den 150. Geburtstag feiert: Christoph (links) und Moritz Eck.

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