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Mit Andrea Müller sprach Anja Müller

Die FDP des Bezirks Horgen hat zwei ihrer vier Sitze im Kantonsrat verloren. Bezirkspräsident Andrea Müller ist überrumpelt.

Mit Andrea Müller sprach Anja Müller Die Hälfte der FDP-Sitze im Bezirk Horgen sind weg – eine historische Schlappe. Wie enttäuscht sind Sie? Grenzenlos. Zwar mussten wir damit rechnen, dass wir nicht dazugewinnen, doch nicht einmal in den schlimmsten Albträumen habe ich erwartet, dass wir eine solche Niederlage einfahren. Wir sind vom Resultat völlig überrumpelt worden. Haben Sie dafür eine Erklärung? Im Moment bin ich völlig ratlos. Ich werde nun versuchen, das Resultat zu analysieren. Dass uns das neue Sitzzuteilungsverfahren nach Pukelsheim schaden könnte, war mir bewusst – aber nicht in dieser Heftigkeit. Sie sprechen vom Verfahren. Haben Sie sich nichts vorzuwerfen? Lascher Wahlkampf, falsche Kandidaten? Nein. Wir haben viel in den Wahlkampf investiert, unsere Kandidaten haben tolle Arbeit geleistet. Wir sind einfach nicht dafür belohnt worden. Die Wähler haben sich für frische Parteien entschieden, diese Tatsache schleckt keine Geiss weg. Also die Grünliberalen und die BDP. Ja. Dass wir Stimmen an die GLP verlieren würden, war klar. In keinster Weise haben wir aber erwartet, dass die BDP im Bezirk eine Rolle spielt und sogar einen Sitz macht. Sie glauben also, die BDP-Stimmen kommen von Ex-FDP-Wählern? Ja, denn von der SVP kommen sie nicht. Die Volkspartei hat praktisch nicht verloren im Bezirk. Wie geht es nun weiter? Bei der kantonalen FDP findet eine Krisensitzung statt. Dort werde ich mich rechtfertigen müssen. Es ist nicht üblich, dass der Bezirk über dem kantonalen Mittel verliert. Dieses Mal ist es aber massiv: Im Kanton hat die FDP 3 Prozentpunkte verloren, im Bezirk sind es 4,5 Prozentpunkte – gigantisch viel. Im Herbst stehen die nationalen Wahlen an. Wie wollen Sie nun wieder Boden gutmachen? Das ist das Problem, das mich nun beschäftigt. Was sollen wir machen? Wir haben mit Hans-Peter Portmann aus Thalwil einen enorm erfolgreichen Kandidaten im Bezirk. Diesen gilt es nun mit unserer ganzen Kraft zu unterstützen. An eine Richtungsänderung denken Sie nicht? Es gibt keinen Grund, am FDP-Parteiprogramm etwas zu ändern. Hingegen müssen wir dringend an der Bemerkbarkeit der FDP arbeiten. Wir konnten die Meinungen zu den aktuellen Themen nicht rüberbringen. Denken Sie an Rücktritt? Selbstverständlich muss ich mein Amt zur Diskussion stellen, das ist ganz klar. Und ich stehe niemandem in der Sonne. Über einen Rücktritt muss die Generalversammlung entscheiden.

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