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Mit defekten Bremsscheiben unterwegs

Die Kantonspolizei Zürich hat bei Bülach eine Lastwagen-Grosskontrolle durchgeführt. Und entdeckte Abenteuerliches.

Von Céline Trachsel Bülach – Gestern hat die Kantonspolizei Zürich in Bülach knapp 50 Lastwagenfahrer kontrolliert. Im Fünfminutentakt fuhren die Polizeiautos mit blinkendem «Bitte folgen»-Signal durch den Jakobstalkreisel neben der Autobahnausfahrt Bülach West. Im Schlepptau hatten sie Sattelschlepper, Kipplaster und Lieferwagen, um sie auf Übergewicht, technische Mängel und zu lange Fahrzeiten zu kontrollieren. Ein Kipplaster, der auf der A 51 von Kloten nach Bülach fuhr, sah neu und gepflegt aus. Dennoch hat die Streife ihn hinausgewinkt. «In der Regel achten wir darauf, ob die Lastwagen wegen Übergewichts auf eine Seite neigen oder ob sie alt sind», sagt Verkehrspolizistin Saskia Rieder. Aber auch unauffällige Fahrzeuge müssen beachtet werden. Die Fahrer haben vielleicht zu wenig Pausen gemacht. «Das Signal, uns zu folgen, setzen wir erst kurz vor der Ausfahrt», erklärt die 27-jährige Polizistin. Oft verlangsamen die Lastwagenfahrer ihre Fahrt, und Personenwagen schieben sich zwischen Lastwagen und Polizei. Doch die Lastwagenfahrer wüssten, was sie zu tun hätten: Die Kantonspolizei Zürich führt im Unterland rund vier- bis fünfmal pro Jahr solche Grosskontrollen durch. Erfolgreiche Strategie Die Strategie der jungen Polizistin geht auf: Der Fahrer im weissen Brummi war zwar unbescholten, doch ein anderer Lenker fuhr prompt mit Rissen in der Bremsscheibe. «Das ist extrem gefährlich. Tritt der Mann kräftig auf die Bremse, könnte die Bremsscheibe bersten und das Rad blockieren», erklärt ein Kantonspolizist. Ein solcher Unfall könnte tödlich enden. Alle Lastwagenfahrer, die im Geleit der Streifenwagen auf dem Vorplatz des Polizeistützpunktes eintreffen, nehmen die Kontrollen gelassen. Einer nach dem andern fährt auf die Waage, dann bei der technischen Kontrolle vorbei und lässt schliesslich die Beamten in sein Führerhaus steigen, damit diese die Daten vom Fahrtenschreiber herunterladen können. Fahren trotz platten Reifens «Das muss halt sein», sagt Adolf Wyler, der Aushubmaterial transportiert. Statt der erlaubten 41 Tonnen hat er bloss 36 Tonnen geladen. Der Fahrer mit 32-jähriger Erfahrung ist immer gut durch die Kontrollen gekommen. «Das Gewicht der Last ist bloss schwierig zu schätzen, wenn das Aushubmaterial nass ist.» Bei Regen könne die Ware bis zu drei Tonnen mehr wiegen. Auch sein Fahrtenschreiber ist einwandfrei: Adolf Wyler hat genügend Pausen eingelegt. Mit der Kontrolle hat er 15 Minuten verloren. Die Polizistin Saskia Rieder schätzt die Gelassenheit der Lastwagenfahrer. «Nur ganz wenige nörgeln, dass sie hier ihre Zeit versäumen.» Die Kantonspolizei musste gestern drei Lastwagenfahrer büssen wegen überladener Laster, drei wegen zu langer Fahrzeit und zwei wegen technischer Mängel an ihrem Fahrzeug. Der Lenker eines polnischen Lastwagens wollte seine Fahrt trotz eines platten Reifens fortsetzen.

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