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Mit dem Weltmeister trainieren

Beim sogenannten «Velofahren gegen Fabian Cancellara» konnten sich junge Radsport-Fans auf der offenen Rennbahn in Oerlikon mit dem erfolgreichen Schweizer Profi messen.

Rad. - Mit Weltmeister und Olympiasieger Fabian Cancellara gemeinsam einen Fahrradgeschicklichkeitsparcours absolvieren oder eine Ausfahrt in den nahe gelegenen Glattalpark unternehmen. Dies alles war auf der offenen Rennbahn in Oerlikon für Knaben und Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren möglich.

«Auf Cancellara habe ich mich speziell gefreut. Ich hätte aber nicht gedacht, dass meine Balance derart gut ist», war der 10-jährige Titus Studer nach dem Geschicklichkeitsfahren überrascht. Roli Richner vom Verband Swiss Cycling leitete gemeinsam mit den ehemaligen Schweizer Radgrössen Beat Zberg und Kurt Betschart die Übungseinheiten. Und natürlich war das Mitmachen von Cancellara die grosse Attraktion.

Den Schwierigkeitsgrad erhöht

Die Jugendlichen fuhren im Kreis und mussten sich gegenseitig mit dem Helm berührend zunicken sowie die Hand abklatschen. Als die Teilnehmer fahrend in die Hände klatschen sowie ans rechte Fussgelenk fassen mussten, wurde das Training zum Balanceakt. Und bei der Vorgabe mit Blick zum Sattel auf dem Lenker zu sitzen und rückwärts zu fahren, wurde der Schwierigkeitsgrad nochmals erhöht. Leni Kamber vom Veloclub Maur sagte, dass er vieles dazugelernt habe: «Nur auf dem Hinterrad fahren konnte ich vorher noch nicht.» Am meisten Spass hatte der 10-Jährige allerdings beim Fangen-Spielen. Mit Cancellara wurde auf dem Rad das sogenannte Affenschwanz-Fangen durchgeführt, bei dem den fahrenden Mitspielern der heraushängende rote Bändel entfernt werden musste.

Während Leni Kamber am Radsport das Krafttraining für Oberschenkel und Oberarme gefällt, mag Titus Studer hingegen die Schnelligkeit und das Springen über Schanzen. Deshalb war Titus besonders vom Parcours mit den Holzpaletten als zu überwindendes Hindernis angetan. Auch Cancellara erinnerte sich an seine Anfänge zurück: «Nur Fahrradfahren alleine bringt nichts. Es gehören auch technische Grundelemente dazu, die einem im Verlauf eines Rennens nützlich sein können.» Der Schweizer Sportler des Jahres 2008 ist der Auffassung, dass man nicht nur fahren, sondern alles ausprobieren solle. So fuhr Cancellara früher auch auf der Bahn oder Radquer-Rennen.

Stephan Keck erkannte beim Training der Grundtechnik auch die Schwierigkeiten bei der Kontrolle über das eigene Fahrrad. «Beim Slalom war es beispielsweise schwierig, das Hinterrad genug weit rüber zu bekommen, damit es nicht doch noch die Pilone berührt.» Der 17-jährige Teilnehmer freute sich, mit dem prominenten Schweizer Radprofi trainieren zu können und sich mit dessen vorgegebener Zeit messen zu dürfen. Während Cancellara drei Rundenzeiten vorgab, absolvierten die Kinder jedoch nur eine. Die Beine der begeisterten Jung-Radfahrer wären ansonsten schnell sauer gewesen.

Nur wenige Teilnehmer

Obwohl das Wetter nicht besser hätte sein können und Cancellara als ideales Zugpferd für den Anlass anwesend war, kamen allerdings enttäuschend wenig Teilnehmer nach Zürich-Oerlikon. Im Verlauf des Tages stiessen aber zumindest noch einige Fahrer dazu, die zuvor noch das Radrennen GP Kyburg bestritten hatten. Der vorwiegend an nicht lizenzierte Fahrer gerichtete Event wurde somit im kleinen Rahmen bei gemütlicher Atmosphäre durchgeführt.

«Es geht ums Prinzip, dass wir für den Nachwuchs etwas gemacht haben. Niemand braucht enttäuscht zu sein», sagte Cancellara. Auch wenn nur ein Teilnehmer dieses Erlebnis mit Freude nach Hause nehme, sei es als Erfolg zu werten, meinte der 28-Jährige. Und dieses Ziel wurde erreicht, da man nicht jeden Tag mit einem Fabian Cancellara trainiert oder am Mittagstisch sitzt.

Leni Kamber (in Gelb) und Fabian Cancellara beim Geschicklichkeitstraining.

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