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Mit kreativer Offensive an die Spitze

Die Grasshoppers sind nach 6 Runden Leader der SML. Waren die Zürcher Unihockeyaner früher dafür bekannt, defensiv zu spielen, begeistern sie in dieser Saison mit Zug aufs Tor.

Von René Hauri Am Samstag in der neuen Wankdorfhalle in Bern. Es sind noch 83 Sekunden zu spielen. In der Unihockeypartie zwischen Köniz und den Grasshoppers steht es 2:2. Dann erwischt Linard Parli mit seinem Freischlag Torhüter Samuel Thut, trifft zum Endstand von 3:2 und schiesst die Zürcher an die Tabellenspitze. Etwas unerwartet. Der grosse Favorit, Meister Wiler-Ersigen, stolperte im Anschluss an die Partie über Alligator Malans (5:6). Die zweitplatzierten Tigers Langnau unterlagen tags darauf Grünenmatt überraschend 5:10. GC hat damit die scheinbar übermächtige Berner Phalanx aufgebrochen. «Wiler-Ersigen bleibt aber Titelanwärter Nummer eins», sagt der neue GC-Trainer Magnus Svensson. Druck verspüre er deshalb trotz der momentanen Tabellensituation nicht. «Für einen Trainer ist es nie schlecht, zu gewinnen.» Der Schwede, der das zurückgetretene Duo Patrick Berwert/Anton Jonsson ersetzte, räumt jedoch auch seinem Klub Chancen ein: «Im Verein sprechen wir davon, dass wir einmal Schweizer Meister werden wollen. Ist das diese Saison schon der Fall, habe ich nichts dagegen.» Allerdings steht für ihn in der Spielzeit 2010/11 im Vordergrund, die Schwächen und Stärken des Teams zu erkennen. Begeistert ist Svensson bereits vom Offensivdrang seiner Mannschaft. «Wir haben sehr viele gute und talentierte Stürmer», sagt der Trainer des Jahres 2000/01 in seinem Heimatland. Einen, den er hervorhebt, ist Nico Scalvinoni. Zwei Auftaktniederlagen Der 23-Jährige führt die interne Skorerliste mit acht Toren und fünf Assists an. «In meiner Linie harmonieren alle super miteinander. Wir spielen kreativ und mit viel Zug aufs Tor. Und wenn wir nicht treffen, übernimmt die erste Linie. Wir können in jeder Hinsicht Ausfälle kompensieren», sagt Scalvinoni. Den Beweis lieferten die Grasshoppers insbesondere in der ersten Partie. Zu Gast in der Hardau war Wiler-Ersigen. Den Zürchern fehlten neun verletzte Spieler. Dennoch forderten sie den Bernern alles ab und verloren knapp 4:5. «Das war für uns unter diesen Umständen alles andere als eine Enttäuschung», schaut Trainer Svensson zurück. Auch die 4:5-Niederlage nach Verlängerung gegen die Tigers Langnau in der zweiten Runde verunsicherte den Skandinavier keineswegs: «Das war Pech.» Drei Minuten vor Ende der Partie führte GC 4:2. Nach dem Anschlusstor durch Marc Mühlethaler rettete Olli Oilinki mit seinem Treffer zwei Sekunden vor Schluss Langnau in die Verlängerung. Vili Oskari Rahkonen sorgte nach 2:38 Minuten für die Entscheidung. Aktiver und attraktiver Dass die Zürcher den schlechten Saisonstart verdaut haben, bewiesen sie mit vier Siegen in den letzten vier Spielen. Zurückzuführen sind die Erfolge auch auf die Arbeit Svenssons. «Er lässt uns Zeit. Er sagt, in den ersten 15 Partien gehe es nur darum, zu schauen, wo man steht», sagt Scalvinoni. Die Trainings unter dem Schweden seien zu Beginn allerdings gewöhnungsbedürftig gewesen. «Bisher waren die Übungen meist auf das Spielsystem ausgerichtet. Bei ihm ist dieses völlig im Hintergrund. Er will die individuellen Stärken finden und hervorheben. Und er hat uns überlassen, mit wem wir zusammenspielen wollen», sagt Scalvinoni. Ein Rezept, das offenbar Wirkung zeigt. Früher stand GC nicht für attraktives Unihockey. Die Zürcher haben sich auf die Defensive und aufs Kontern konzentriert. Vor zwei Jahren fand ein Systemwechsel statt, sie agierten in der gegnerischen Zone aktiver. «Heute spielen wir modern. Es gilt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen», sagt Svensson. Auch am Samstag in Malans muss er sich auf die Treffsicherheit seiner Stürmer verlassen können. Denn die Bündner sind nach dem Sieg über Wiler im Aufwind und gelten als Geheimfavoriten für den Meistertitel, während GC zum ernsthaften Kandidaten geworden ist. GC-Topskorer Nico Scalvinoni passt ins System: Tore statt Mauern – wie am Samstag beim 3:2-Sieg über Köniz. Foto: Fabian Trees

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