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Mit sicherem Schritt durch die Krise

Das Berner Technologie-unternehmen Ascom hält sich trotz Krise gut und präsentiert schwarze

Riet Cadonau sieht es realistisch. «In einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld hätte die Ascom in früheren Jahren rote Zahlen geschrieben», sagte der Ascom-Chef gestern bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses. Doch seit Cadonau bei der Ascom die Fäden in der Hand hält und das Unternehmen zum Anbieter von hoch verfügbaren und sicheren Kommunikationslösungen (Mission-Critical Communication) geformt hat, ist einiges anders geworden. Heute verfügt die gesund geschrumpfte Ascom – einst ein Gemischtwarenladen, der vom Wandtelefon über Billettautomaten bis zum Gebührentelefon alles produzierte – noch über zwei Divisionen. In «Wireless Solutions» sind drahtlose Kommunikationslösungen für Gebäude – insbesondere für Spitäler, Altersheime, Gefängnisse oder den Detailhandel – zusammengefasst. Der Bereich «Security Solutions» umfasst Kommunikationslösungen für Militär und Sicherheitsorgane sowie Dienstleistungen für die Telekombranche. Ab Anfang 2010 wird die Gruppenstruktur leicht angepasst und der Bereich für Netzwerk-Testlösungen als eigenständige dritte Division geführt. Ordentliches Ergebnis Trotz Wirtschaftskrise präsentierte die Ascom gestern ordentliche Semesterzahlen. Cadonau selber sprach von einem «soliden Ergebnis» und konnte auf Gruppenebene trotz schlechteren operativen Ergebnisses dank Sonderfaktoren gar einen höheren Halbjahresgewinn (11,9 Millionen Franken) präsentieren. Spurlos ging die weltweite Rezession aber auch an der Ascom nicht vorbei. Auf Gruppenebene schrumpften die Umsätze währungsbereinigt um gut 5 Prozent, selbst dann, wenn man das im Frühjahr erworbene und seit Anfang Juni konsolidierte Netzwerk-Testunternehmen TEMS berücksichtigt. So setzte die Ascom im ersten Halbjahr noch 235,2 Millionen Franken um (Vorjahr: 249,1 Millionen Franken). Die Betriebsgewinnmarge auf Stufe Ebit sank von 6,7 auf bescheidene 3,1 Prozent, wobei beide Ascom-Sparten gleichermassen betroffen waren. Für die zweite Jahreshälfte zeigte sich Cadonau vorsichtig optimistisch, nicht nur, weil das zweite Semester bei der Ascom traditionell das stärkere ist. «Bei Wireless Solutions sahen wir im Juli und August eine leichte Verbesserung des Geschäftsgangs. Wir müssen aber abwarten, ob diese Erholung nachhaltig ist.» Kooperation beim Militär Viel verspricht man sich bei der Ascom von der projektbezogenen Kooperation mit vier grossen Rüstungsfirmen, darunter EADS und Rheinmetall. «Wir hoffen, dass wir damit im Rüstungsbereich neue Märkte erschliessen können.» Auch Zukäufen ist man nicht abgeneigt. Bereits auf dem Radar hat die Ascom ein Unternehmen aus dem Health-Care-Bereich. Und die operativen Aussichten? Cadonau geht davon aus, dass die Ascom das Geschäftsjahr 2009 dank der Integration von TEMS umsatzmässig auf dem Niveau von 2008 und in den schwarzen Zahlen beenden wird. Das Umfeld präsentiere sich aber weiter anspruchsvoll. «Ich rechne damit, dass sich die Marktbedingungen erst im Verlauf von 2010 verbessern werden.» Peter Jost >

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