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Mit Transfers leben und überleben

Die Erlöse für Seferovic, Ben Khalifa, Zarate und Lulic helfen GC, die Kosten der nächsten Saison zu tragen.

Die Zahlen sind nicht grundlegend neu. Neu ist nur, dass der Kostenrahmen dieses Mal eingehalten werden soll. Das war bei früheren Klubführungen nicht immer der Fall. Mit einem Budget von 15 bis 16 Millionen Franken gehen die Grasshoppers in die Saison, mit den Kosten für den Campus in Niederhasli sind es gar gegen 18 Millionen. Zur wirtschaftlichen Realität des Klubs gehört ein strukturelles Defizit von rund 5 Millionen Franken, weil er mit Zuschauereinnahmen, Sponsoren, Gönnern und Ligaprämien nicht mehr als 10 bis 11 Millionen Franken einspielen kann. Der Aufwandüberschuss war bedeutend höher, bevor GC unter der Führung von Sanierer Urs Linsi im vergangenen Herbst die nächste Sparrunde startete. Mittlerweile ist Linsi zum Präsidenten aufgestiegen. Mit dem Übergang in die neue Saison ist es dem Verein gelungen, die Salärkosten noch einmal um ein paar Hunderttausend Franken zu reduzieren. Die in der Theorie fehlenden 5 Millionen Franken haben die Grasshoppers zu wesentlichen Teilen durch die Transfererlöse der beiden U-17-Weltmeister Haris Seferovic (Fiorentina) und Nassim Ben Khalifa (Wolfsburg) gesichert. Mit den Einnahmen aus den Wechseln von Gonzalo Zarate (Salzburg) und Senad Lulic (YB) sowie der freigewordenen Lohnsumme leisteten sie sich Zuzüge und Vertragsverlängerungen, und sie konnten bereits gestrichene Positionen wieder ins Budget aufnehmen – beispielsweise ein Trainingslager im kommenden Winter. Georges Perego ist als Sportchef und Geschäftsführer Linsis wichtigster Mitarbeiter auf Führungsebene und seit Jahren die Konstante bei GC. Er spricht von drei Ebenen der Neuverpflichtungen: für das Profikader, für die U-21 sowie für die U-18 und tiefere Altersklassen. In den beiden ersten Bereichen hätten sie ihre Wünsche weitgehend erfüllen können, sagt Perego. Die Transfersummen und Leihgebühren für das Profikader haben die Transferrechnung mit weniger als 500 000 Franken belastet. GC bei jungen Spielern gefragt Für die Zuzüge der U-21 wird GC rund 150 000 Franken Ausbildungsentschädigungen an andere Klubs überweisen. Festgestellt hat Perego, dass junge Talente «plötzlich wieder zu GC drängen». Er schreibt das der neuen Klub-Philosophie und Chef-Umsetzer Ciriaco Sforza zu, der in der letzten Saison eine Reihe von Nachwuchsspielern in die Super League geführt hat. Ziel der Grasshoppers ist es, in jedem Jahrgang zwei bis drei erstklassige Junioren zu führen. Finanzielle Sicherheiten über die kommende Saison hinaus kennen die Grasshoppers nicht. In den Tagen fehlender Millionenspender sind die Grasshoppers auf regelmässige und aussergewöhnliche Transfererlöse angewiesen, wenn sie sich eine trotzdem kompetitive Mannschaft halten wollen. «Wir sind zuversichtlich, dass uns das gelingen wird», sagt Perego. Die Auftritte in der vergangenen Saison hätten dafür gesorgt, dass einzelne Spielerwerte deutlich gestiegen seien. Das gilt für Spieler wie Salatic oder Voser mit ihrem zuletzt bemerkenswerten Leistungsniveau. Das gilt aber vor allem auch für die Nachwuchsspieler Nzuzi Toko Bundebele und Steven Zuber. Beide sind praktisch ohne Transferwert in die Super League aufgestiegen. Und beide haben sich jetzt einen Marktwert von ein paar Hunderttausend Franken erarbeitet. (ukä.)

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