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Musiker, Maler, Multitalent

Ernst Dubach feiert heute seinen 95.Geburtstag. Seit 35 Jahren spielt er regelmässig mit den Schwyzerörgeli-Fründe Bärn.

Im rosafarbenen Hemd, mit schneeweisser Mähne, einem Clark-Gable-Schnurrbärtchen und blitzblanken Zähnen sitzt er auf dem Sofa und lacht verschmitzt. Sieht so ein Senn, ein Älpler aus? Einer, der 30 Jahre lang den Sommer auf einer Alp im Berner Oberland verbrachte, Kühe melkte und Käse herstellte? Der Mann, der aussieht wie ein Dandy, aber keiner ist, heisst Ernst Dubach. Heute Mittwoch feiert er seinen 95.Geburtstag. «Wir sind glücklich, einen so liebenswerten Lebenskünstler unter uns zu haben», sagen die Schwyzerörgeli-Fründe Bärn über ihr ältestes Mitglied. Sein Instrument, das Schwyzerörgeli, spielt Ernst Dubach täglich. «Ich bin nicht mehr so ein Hecht», meint er und schnallt sich sein neustes Instrument um, ein Oberländer Örgeli, das er sich unlängst für ein paar Tausend Franken geleistet hat. CD-Taufe mit 95 Jahren «Alle vierzehn Tage werde ich abgeholt und fahre nach Worblaufen, wo ich mit den Schwyzerörgeli-Fründe übe.» Bei dieser Grossformation spielt Ernst Dubach seit der Gründung 1975. Er spielt aber nicht bloss mit, er komponiert auch Lieder und tritt ab und zu mit seiner eigenen Formation «Meyezyt» auf. Den nächsten grossen Auftritt mit den Schwyzerörgeli-Fründe hat der Jubilar am 31.Oktober im Schlossgut Münsingen. «Es wird eine CD-Taufe sein», sagt er, «Sie sind herzlich eingeladen.» Spielt seit 83 Jahren Örgeli «Ich kam 1914 in Latterbach im Simmental zur Welt», erzählt der 95-Jährige. Seine Eltern hätten das Hotel Adler geführt. «Mein Bruder Kobi war sechs Jahre älter als ich und spielte hervorragend Klarinette – als ich zwölf Jahre alt war, begann ich ihn zu begleiten.» Stunden genommen und Noten gelernt habe er nie. Das sei einfach so aus ihm herausgekommen. Talent zeigte er auch im Schwingen. «1933 war ich als 19-Jähriger der jüngste Schwinger auf dem Brünig.» Ernst Dubach arbeitete zuerst im elterlichen Betrieb, später verbrachte er während 30 Jahren den Sommer auf einer Alp. Nach der Heirat mit seiner Frau Katharina pendelte er vom Oberland nach Bern, wo er für die damalige Kreistelefondirektion arbeitete. Heute bewohnt er mit seiner 14 Jahre jüngeren Frau, einer ehemaligen Lehrerin und Pianistin, ein Haus im Gümligen. Ernst Dubach beherrscht nicht nur die «Quetschkommode». Auch mit Pinsel und Farbe weiss er umzugehen. Früher habe er zudem Theaterkulissen gebaut und Plastiken hergestellt. Der Erlös einiger Werke ging unlängst an krebskranke Kinder im Inselspital. Der vielseitig Interessierte, der auch Literatur, Jazz und die Oper liebt, verrät sein Rezept für ein hohes Alter: «Zufrieden und nie neidisch auf andere sein.» Urs Wüthrich >

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