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Nein zur Rebberg-Initiative

Mit einer Initiative will ein Küsnachter ein Stück Rebland im Dorf retten. Der Gemeinderat sagt nun Nein zum Vorstoss.

Küsnacht. - An die Vergangenheit von Küsnacht als Weinbauerngemeinde erinnert nicht mehr viel, abgesehen von einer ausgedehnten Rebfläche im Giesshübel nahe der Grenze zu Erlenbach. Der Grossteil davon - rund 30 000 Quadratmeter - wurde vor Jahrzehnten der Freihaltezone zugewiesen, um das landwirtschaftliche Erbe der Gemeinde zu erhalten.

Dasselbe soll nun auch mit dem untersten Landstreifen geschehen, der sich in der Bauzone befindet und irgendwann überbaut werden könnte. Dies fordert Alt-Gemeinderat Hans Sulser (FDP) mit einer Initiative, die am 7. Dezember vor die Gemeindeversammlung kommt. Die Besitzer des Reblands - die Weinbauern Welti - unterstützen ihn dabei. Die beiden über 70-jährigen Brüder wollen verhindern, dass die Rebfläche bei einer Erbteilung als Bauland verscherbelt und mit Wohnhäusern überzogen wird (TA vom 20. 6.).

Der Küsnachter Gemeinderat stellt sich nun gegen diese Pläne. Er beantrage der Gemeindeversammlung, die Initiative abzulehnen, teilte er mit. Drei Gründe würden dagegensprechen:

Die Umzonung sei keine Garantie für den Erhalt des Reblands. «Die Gemeinde kann nur sicherstellen, dass das Land mit Reben bepflanzt bleibt, wenn das Grundstück in ihrem Eigentum steht und sie die Nutzung selber bestimmen kann», schreibt der Gemeinderat. Zwar hätten die Brüder Welti und die Gemeinde vertraglich vereinbart, dass das Land im Giesshübel nur als Rebland bewirtschaftet werden dürfe. Durchsetzbar sei diese Abmachung aber letztlich kaum.

Bei einem Ja müsste die Gemeinde die Besitzer entschädigen, weil das Bauland mit der Umzonung seinen Wert verlieren würde. Die Eigentümer würden zwar auf mehr als die Hälfte des Werts verzichten - sie haben sich mit der Gemeinde auf 7 Millionen Franken für die 6240 Quadratmeter geeinigt. Die Belastung des Steuerzahlers stehe aber in keinem vertretbaren Verhältnis zum Nutzen für die Öffentlichkeit, findet der Gemeinderat. Als zusätzlichen Erholungsraum - eines der Hauptargumente des Initianten - empfindet die Gemeinde das Land nicht, auch wenn die Eigentümer im Fall der Umzonung der Öffentlichkeit ein Fusswegrecht über das Privatgrundstück einräumen würden.

Die Initiative bringe schliesslich keine bessere Gliederung der Bauzonen, wie dies Initiant Sulser erhoffe, lautet das dritte Argument. Richtung Erlenbach würde das Land von drei grossen Terrassenhäusern begrenzt. Richtung Küsnacht stosse es an das Bauernhaus der Familie Welti. Und seeseits befinde sich das angrenzende Land in der Bauzone. Werde dieses einmal überbaut, wäre das Rebland von drei bebauten Grundstücken umschlossen.

Sulser und die Welti-Brüder sehen das freilich nicht so. «Wir sollten die gute Tat unserer Väter und Grossväter fortführen und die Freihaltezone verlängern», sagte der Initiant, als er im Sommer seine Argumente auf den Tisch legte. Den Rebberg, eine der letzten grünen Flächen im Dorf, gelte es als Ganzes für die Nachwelt zu erhalten.

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