Zum Hauptinhalt springen

Neue Mieter beleben das Ustermer Zeughaus

Die kulturelle Zwischennutzung nimmt Gestalt an. Die Zusammenarbeit gestaltet sich auf Verwaltungsebene jedoch kompliziert.

Von Andreas Leisi Uster – Die Mieterschaft für die kulturelle Zwischennutzung im Zeughaus ist fast komplett. Erste gemeinsame Aktionen sind geplant. Im Gebäude K sei nur noch ein Raum im Parterre frei, sagt der Kulturbeauftragte der Stadt Uster, Roland Boss. In den verfügbaren Ateliers im ersten Stock des Gebäudes hat sich eine vielfältige Mieterschar eingerichtet. Ein Bildhauer, ein Jongleur, ein Maler, ein Clown, 3-D-Künstler, ein Tänzer und ein Tanzstudio, Fotografen und zwei Ausländervereine gehören dazu. Der Umbau hat 330 000 Franken gekostet. Die Ateliers verfügen gemäss Boss über eine minimale Ausrüstung an Strom, temperierten Rohren und zwei Lavabos mit fliessend Wasser. Alle feuerpolizeilichen Vorgaben seien erfüllt. Die neuen Mieter komplettieren mit dem Filacro-Zirkuszelt, dem Buchdruckmuseum Graphos, der Zeughausbar und den drei Musikräumen im ehemaligen Öl- und Fettmagazin die Zeughaus-Nutzer, deren Tätigkeiten der postulierten kulturellen Zwischennutzung entsprechen. Neues Leben im Areal Wird das Areal bereits vom viel beschworenen Kulturgeist beseelt? Martin Henzi vom Filacro-Zelt und Ueli Fritsche von der Zeughausbar nutzen und vermieten das Zeughausareal als selbstständige Unternehmer. Beide begrüssen es, dass neues Leben ins Areal kommt. Fritsche vermisst jedoch eine erste gemeinsame Sitzung. Carmen Moser mietet einen Musikraum. Sie hat im vergangenen Jahr in Henzis Zelt einige Musik- und Tanzveranstaltungen gemacht. «Mit den neuen Mietern gibt es einen losen Kontakt», sagt sie. Beispielsweise arbeite sie mit dem benachbarten Übungsraum zusammen, in dem ein Musikstudio untergebracht ist. Schwierige Zusammenarbeit Martin Henzi hält sich bezüglich gemeinsamer Projekte mit den Leuten aus dem Gebäude K zurück. Er hat bereits negative Erfahrungen gemacht: Henzis Zirkuszelt ist bei der Stadt Uster der Abteilung Sicherheit unterstellt, das Gebäude K der Abteilung Präsidiales. Das erschwert eine sinnvolle Nutzung der Infrastruktur. Beispielsweise stellte er bei der Verwaltung den Antrag, ob sie einen offenen Graben vom Gebäude K sieben Meter weiter bis zu seinem Zelt ziehen könnten. Doch dies wurde abgelehnt. 10 000 Franken hat er nun selber bezahlt. Momentan läuft gemäss Henzi eine Spendenaktion, um diese Investition auf verschiedene Nutzer zu verteilen. Denn seine Toilette und das Wasser stünden neben dem Publikum seines Zelts auch dem angrenzenden Gewerbe zur Verfügung. Frank Sharma, Verwalter des Gebäudes Sharma, bestätigt, dass er ausschliesslich für das besagte Gebäude K zuständig sei. Er habe jedoch die Betreiber der Zeughausbar und Martin Henzi vom Filacro-Zelt für eine Sitzung eingeladen. «Das neue Zeughausareal steht bezüglich Kooperationen ganz am Anfang.» Doch im Mai sei ein Tag der offenen Tür geplant. Dann könne das Gebäude K besucht werden. Breites, kulturelles Angebot Das Ustermer Stadtfest findet dieses Jahr von 2. bis 4. September 2011 auf dem Zeughausareal statt. Dies stellt eine grosse Chance für alle Beteiligten dar. Unternehmer Ueli Fritsche ist offen für Kooperationen: «Ich beteilige mich je nach Plänen gern an gemeinsamen Projekten. Im Zentrum steht aber unsere Bar.» Und Frank Sharma meint dazu: «Die Durchmischung der aktuellen Mieter bietet die Chance, den Festbesuchern ein breites kulturelles Angebot anzubieten.» Einzelne Mieter haben bereits Pläne: Carmen Moser vom Verein Tropicool würde während des Stadtfestes gern eine kleine Bar vor ihrem Musikraum betreiben, und Martin Henzi plant zum Stadtfest für sein Zelt «eine zirzensische Präsentation für Jung und Alt». Doch vorerst, betont er, brauche es eine bessere Zusammenarbeit. «Diese wäre wünschenswert und der ganzen Idee Zeughaus dienlich.» Nur die Zeughausbar und das Filacro-Zelt werben auf dem Zeughausareal um Publikum.Foto: Andreas Leisi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch