Zum Hauptinhalt springen

Pflegeheim-Skandal in Adliswil weitet sich aus, Behörden müssen neuen Vorwürfen nachgehen

Nach dem Verdacht auf Misshandlungen in einer Adliswiler Alterssiedlung werden nun Vorwürfe gegen ein anderes Wohnheim laut.

Von Patrick Gut Adliswil – Erst letzte Woche sind Misshandlungsvorwürfe gegen zwei Mitarbeitende des Alters- und Pflegeheims an der Badstrasse in Adliswil publik geworden (TA vom Samstag). Jetzt tauchen neue Anschuldigungen auf: Diesmal geht es um das Wohnheim Wolfhaus an der Kronenstrasse 6. Zwei ehemalige Pflegerinnen, die anonym bleiben wollen, haben sich an die «Zürichsee-Zeitung» gewandt. Sie berichten von skandalösen Zuständen, die in der Pflegewohngruppe herrschen sollen. So sei an gewissen Tagen keine diplomierte Pflegefachfrau anwesend gewesen. Die Pflegehelfer hätten die Lage dann nicht immer richtig eingeschätzt; es sei immer wieder zu Zwischenfällen gekommen. Der gravierendste habe eine Bewohnerin betroffen, der ein Schmerzmittel unsachgemäss verabreicht worden sei. In der Folge habe die Bewohnerin mit einer Nierenschädigung hospitalisiert werden müssen. «Danach lebte sie nochmals kurz bei uns im Pflegeheim, bevor sie verstarb», sagte eine ehemalige Pflegehelferin gegenüber der «Zürichsee-Zeitung». Sie wisse bis heute nicht, ob der Tod der Patientin auch eine Folge des Fehlers gewesen sei. «Sie sterben ja sowieso» Die beiden ehemaligen Pflegerinnen berichten, sie hätten den Vorfall gemeldet und seien von der Heimleitung zurechtgewiesen worden. «Was kann denn schon passieren? Sie sind ja alt, und sterben werden sie sowieso bald einmal», habe eine Entgegnung gelautet, an die sich die eine Pflegerin noch lebhaft erinnern kann. Eine der beiden Frauen habe sich im Februar 2009 dann unter anderem an den damaligen Leiter Soziales der Stadt Adliswil, Karl Conte, gewandt. Sie sei zwar zu einem Gespräch eingeladen worden, an dem Conte allerdings nicht teilgenommen habe. In diesem Gespräch sei die Frau beschimpft worden. Karl Conte, der seit Mai 2009 als Beauftragter für Altersfragen der Gemeinde Horgen tätig ist, war gestern Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die verantwortliche Stadträtin, Sozialvorsteherin Susy Senn (FDP), verspricht auch in diesem mutmasslichen Vorfall lückenlose Klärung. In der laufenden Untersuchung werde diesen neuen Vorwürfen ebenfalls nachgegangen. Gestern konnte Susy Senn immerhin versichern, dass im Wohnheim Wolfhaus aktuell genügend fachlich qualifiziertes Personal beschäftigt sei. «Gemäss meinem derzeitigen Informationsstand war das auch im Jahr 2009 der Fall», sagte Senn. Der angebliche Vorfall reicht zurück in die Amtszeit ihres Vorgängers Stephan Herzog (SP).

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch