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Rafzer bodigen Jugendtreff

Zum dritten Mal ist in der grössten Rafzerfelder Gemeinde ein Kreditbegehren für ein Jugendzentrum abgelehnt worden. Wie es mit dem Jugendkonzept weitergeht, ist offen.

Von Markus Rohr Rafz – Nicht ganz unerwartet, aber überraschend deutlich haben die Rafzer Stimmberechtigten am Sonntag das Kreditbegehren von 460 000 Franken mit 853 Nein zu 393 Ja abgelehnt. Die Stimmbeteiligung lag bei knapp 48 Prozent. Grünliberale, SP und FDP hatten die Ja-Parole herausgegeben, die SVP und die lokale Gruppierung Puls 8197 hatten ein Nein empfohlen. Den Hauptgrund für die Ablehnung der Vorlage sieht Puls-Vertreter Urs Stühlinger in der mangelhaften Vorbereitung des Geschäfts. Das sei eine «Zwängerei» gewesen, sagte er gestern. Puls 8197 hatte schon im Vorfeld bemängelt, das Projekt sei überdimensioniert und fehlerhaft, es würden feuerpolizeiliche Vorschriften und Energiestandards nicht eingehalten, hiess es. Der neu gewählte Schulpräsident und Gemeinderat Albin Sigrist (FDP) hatte noch vor der Abstimmung Nachbesserungen angekündigt. Er ist vom Abstimmungsergebnis enttäuscht, will dieses aber «selbstverständlich akzeptieren und respektieren», wie er auf Anfrage sagte. Man werde jetzt mit den zuständigen Gremien die Situation analysieren. Ein Anliegen wäre es Sigrist, wenn man das Büro des Jugendarbeiters vom Chrischonawäg an den Werkhof zum provisorischen Jugendtreff verlegen könnte. Dem würde sich auch Puls 8197 nicht wiedersetzen. Das heutige Magazin des Samaritervereins wäre dazu sehr gut geeignet, sagt Stühlinger. Nicht infrage kommt nach Meinung des Schulpräsidenten eine spätere Nutzung der heutigen drei Schulpavillons, wie das die SVP als kostengünstige Variante vorgeschlagen hatte. Die Pavillons müssen 2014 einem Schulhausneubau weichen. Konzept nicht zu Ende geführt Gemeindepräsident Jürg Sigrist (SP) weist den Vorwurf der Zwängerei zurück. Der Gemeinderat habe von der Gemeindeversammlung im März 2009 den Auftrag erhalten, das erste Projekt für einen Jugendtreff, das 655 000 Franken gekostet hätte, zu überarbeiten. Am 14. Juni lehnte die Gemeindeversammlung auch das zweite Kreditbegehren von 460 000 Franken ab, worauf die Grünliberalen erfolgreich die Durchführung der Urnenabstimmung forderten. Besonders bitter ist die Ablehnung für die scheidende Jugendarbeiterin Karin Hitz. Sie hatte gestern ihren letzten Arbeitstag. Zusammen mit ihrem Nachfolger Christian Nauer und den Rafzer Jugendlichen ist sie an der Herbstmesse aufgetreten. Hitz war seit Oktober 2006 Jugendarbeiterin in Rafz, zunächst im Sinne eines Versuchs, ab 2009 definitiv. Die Gemeinde hatte sich bereits 2004 ein Jugendkonzept gegeben, das auch genügend Räume für die Begegnung von Jugendlichen vorsah. «Die jetzige Lösung ist keine Lösung», sagt Hitz, «Jugendarbeit braucht auch eine Infrastruktur.» Sie befürchtet, dass das Thema Jugendtreff nun endgültig vom Tisch ist.

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