Zum Hauptinhalt springen

René Osterwalder isst wieder

Der verwahrte Gewalttäter hat seinen Hungerstreik im Berner Inselspital auf Drängen seines Freundes abgebrochen.

Zürich/Bern. - Der wegen Kindsmisshandlung verurteilte und verwahrte René Osterwalder will sich jetzt doch nicht zu Tode hungern, wie er vor den Sommerferien angekündigt hatte. Nach über 50 Tagen brach er am Sonntag seinen Hungerstreik ab. Wie Osterwalder in einem Brief an den «Tages-Anzeiger» schreibt, hat er den Entscheid zusammen mit seinem Freund Marcel Borer gefällt. «Wir fassten diesen Entschluss, weil mich Marcel nicht verlieren will, und auch ich ihn nicht allein in dieser Welt zurücklassen möchte», heisst es in dem Schreiben.

Am Wochenende hatte Borer seinen Freund via «SonntagsBlick» aufgefordert: «Hör auf zu hungern!» Der Streik bringe keine Resultate; ausser Selbstzerstörung könne Osterwalder nichts erreichen. Der 1,80 Meter grosse Mann wiegt nach eigenen Angaben noch knapp 44 Kilogramm.

Osterwalder bleibt noch im Spital

Rebecca de Silva, Sprecherin des Amtes für Justizvollzug, bestätigte gestern das Ende des Hungerstreiks. Der Straftäter nehme wieder flüssige Nahrung auf. Er müsse noch einige Tage im Spital bleiben und zu Kräften kommen, bevor er wieder in die Strafanstalt Pöschwies nach Regensdorf zurückkehren könne. In Lebensgefahr befinde er sich nicht.

René Osterwalder protestierte mit dem Streik dagegen, dass der Strafgefangene Marcel Borer vor zwei Monaten von Regensdorf in die Strafanstalt Thorberg verlegt wurde. Borer verbüsst eine langjährige Haftstrafe mit anschliessender Verwahrung, weil er 1994 im Schwulenmilieu einen Mann brutal getötet hatte. Borer und Osterwalder haben in Regensdorf eine Beziehung begonnen. Als René Osterwalder den Wunsch äusserte, die Partnerschaft eintragen zu lassen, handelten die Behörden und trennten die beiden. Es sei ein Merkmal des Strafvollzugs, dass Beziehungen nicht gelebt werden könnten. Das Interesse der Allgemeinheit und der Betriebssicherheit habe generell mehr Gewicht als das Interesse einzelner Strafgefangener, begründete de Silva die Massnahme Ende Juni gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Möglich ist allerdings, dass die beiden ihre Partnerschaft amtlich eintragen lassen. Dieses Verfahren wollen sie nun reaktivieren, wie Osterwalder in seinem Brief an den TA schreibt. (sch)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch